Still untitled
Die Last der niedrigen Decke wiegt schwer, der Raum ist kühl, während draußen die Sonne brennt. Ungefähr zehn Leute haben sich an diesem Sonntagmorgen in einem gewölbeartigen, von Säulen gestützten Raum im Keller des Krameramtshauses eingefunden, in dem die niederländische Bibliothek zu Münster ihren Sitz hat. Wir alle sind neugierig darauf zu erfahren, wie wir unsere eigene Skulptur verkörpern können – so die Ankündigung des Workshops von Xavier Le Roy, der ihm Rahmen der «Skulptur Projekte Münster 2017» stattfindet.
Wir lernen uns kennen, gehen im Raum umher, geben uns die Hand, stellen uns vor und blicken uns in die Augen. Anschließend teilen wir uns in Gruppen auf, sprechen mit unseren Gruppenleitern über Skulpturen, die wir gesehen haben, und versuchen uns auf diese Art langsam der Vorstellung von einer Form anzunähern. Jeder soll an eine Skulptur denken. Ich stelle mir eine minimalistische Skulptur von Donald Judd vor. Andere denken an Giacomettis «Schreitenden Mann» oder Rodins «Denker». Welchen Aspekt der Skulptur wollen wir verkörpern? Finden wir dafür Übersetzungen? Haltungen? Bilder? Ich konzentriere mich auf den Aspekt der Gegenläufigkeit. Indem ich versuche, oben und ...
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 22
von Gerald Siegmund
Zum vierten Mal findet im Haus der Berliner Festspiele das «Tanztreffen der Jugend» statt – eine Plattform für Amateur-Ensembles, die für exzellente Vermittlungsarbeit stehen. Eine Jury hat sieben Kompanien ausgewählt, die vom 22. bis zum 29. September ihre Arbeiten in der Hauptstadt zeigen und sich außerdem miteinander austauschen werden. Als da sind: ENSAMPLE...
Sie ist eine dunkel-glühende Schönheit, die jederzeit in ansteckendes Lachen ausbrechen kann; er ein Mann von ästhetischem Körperbau, spirituell angehaucht und mit verspieltem Lächeln. Beide bilden sie seit ihrer gemeinsamen Lehrzeit an der Temple University von Philadelphia während der 1980er-Jahre ein Paar: die Kulturhistorikerin, Choreografin und Performerin...
«Heavy lifting! Ja. Heavy lifting, moaaaah.» Ein kurzes Stöhnen grollt aus Meg Stuarts Kehle. Es ist der Sound des Mitfühlens, denn so klingt, was die Tänzer in diesem Augenblick tun: Sie drücken sich wieder und wieder vom Boden weg, springen, aber mit Körpern, die aussehen wie tropfnass-vollgesogene Säcke. Sinnloser Versuch, mit einer Bewegung die Materialität des...
