«Still hier! It’s Wonderful» von Susanne Linke
1994 verursachte Bill T. Jones mit «Still/Here» einigen Aufruhr. Die amerikanische Kritikerin Arlene Croce weigerte sich, das Werk zu rezensieren – es handelte nicht nur von AIDS; es grundierte seine Tänze auch mit den Aussagen todkranker HIV-Positiver. Jetzt hat Susanne Linke den Titel von Jones’ Stück ironisch variiert. «Still hier! It’s Wonderful», in sechs Wochen geschaffen für Johann Kresniks Bonner Ensemble, protestiert gegen einen metaphorischen Tod: den Theatertod. Zum Ende der Spielzeit müssen Kresnik und sein Choreographisches Theater in Bonn die Sachen packen.
Die Bühne im Alten Malersaal in Bonn-Beuel hat Thomas Richter-Forgách als leeres Wolkenkuckucksheim gestaltet. Wände, Türen und Fenster sind weiß auf blau mit Schäfchenwolken übermalt; darin außer den Beleuchtungsgerüsten etwas Büromobiliar. Zusammengeschoben dienen die Tische als Podium für Show-Auftritte, Abendmahltafel und Rampe, hinter der sich Juroren verschanzen, die sich bei einem brutalen Casting demonstrativ langweilen. Wenn die Tische herumgeschoben werden, sorgt das kreischende Geräusch, das dadurch erzeugt wird, für einen Ton, der sich im Ohr festfrisst, eindringlicher als die im Hintergrund ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Michael Diekamp wurde am 27. Dezember 1938 geboren und erhielt seine tänzerische Ausbildung von 1956 bis 1961 an der Folkwangschule Essen unter Leitung von Kurt Jooss. Auch wenn er nach dieser Prägung zwischenzeitlich Engagements in Mannheim und Köln annahm und 1970 als Erster Solist nach Dortmund ging, waren seine Jahre als Mitglied und Solist des...
Martin Schläpfer trennt sich vom ballettmainz und übernimmt mit der Spielzeit 2009/2010, also in zwei Jahren, die Ballettdirektion an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und Duisburg. Der 48-Jährige tritt dann die Nachfolge von Youri Vàmos an, dessen Vertrag ausläuft. Damit ist in NRWs Landeshauptstadt nach 13 unspektakulären Jahren wieder mit innovativen...
Veronika Blumstein, die fiktive Choreografin aus Polen, lädt zum Eröffnungsdinner des K3 – Zentrum für Choreographie / Tanzplan Hamburg. Kurze inszenatorische Zwischengänge in Form von Lectures und interaktiven Installationen umkreisen das Thema zeitgenössischer Tanz, informieren über die neuen Räumlichkeiten des in der früheren Kampnagel-Ausstellungshalle k3...
