Stichprobe: eine Coreografia del Cordel
So viel Abschied war noch nie. Eigentlich ist die «Coreografia del Cordel» mit dem Beifall des Publikums längst zu Ende, doch ein Paar kann nicht voneinander lassen. Ein weiteres Mal fallen sich Sonia Pedroso und Lair Assis in die Arme. Da ein Ciao. Dort ein «Coco». Im Vorbeigehen ein Küsschen. Ein letztes Lebewohl. Immer wieder neue Varianten des Verlangens erfindend, verzögern die beiden ihre Trennung bis zum Überdruss.
Und erst dann kommt das Stück zu seinem schönsten Schluss: Per Handschlag empfiehlt sich das Ensemble seinem Publikum, und wer im Carreau du Temple zu Paris bis zuletzt ausgeharrt hat, wird von den Tänzern und Tänzerinnen vor ihrem Abgang auf das Herzlichste umhalst.
Das kann kein Zufall sein, und die Choreografie scheint denn auch aus dem Stoff, aus dem das Leben ist. Wochenlang haben die Künstler aus dem brasilianischen Belo Horizonte die Existenzbedingungen im Norden von Minas Gerais erforscht. Was sie dabei an Emotionen und Ereignissen kennen gelernt haben, kehrt in verwandelter Gestalt in einem Stück wieder, das nicht einfach von Kinderprostitution handelt, von Armut und erschreckender Einsamkeit, sondern Wahr- und Wirklichkeit in einfühlsame, auch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kanadischer Tanz ist ein Exportschlager. Aber welchen Stellenwert hat der Tanz in Kanada selber? In Kanada ist vor allem in Québec in den letzten 25 Jahren das Bewusstsein stark gewachsen, wie viele Einflüsse man durch den internationalen Tanz aufnehmen kann und...
Over the last century dance has traveled from continent to continent, shifting its focal points of creativity and intensity. Historically, the fluctuating cartography situates long traditions in Berlin, Paris, and London. In the mid-1980s rejuvenation occurred in places like Brussels, Ljubljana, Barcelona, and Montéal. Guy Cools, the former dance programmer and...
Was das denn mit Fußball zu tun hat, fragt sich André Heller als Kurator eines Kunst- und Kulturprogramms zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Über vierhundert Projektanträge wurden eingereicht, einen erkennbaren Bezug zum großen deutschen Thema hatten nicht alle. Was nicht weiter schlimm ist, auch der Ball von Günter Grass hat eine Delle, und so viel der in seinem...
