Staatliche Ballettschule Berlin
Eine Herausforderung in jeder Hinsicht: für einen Absolventen der Staatlichen Ballettschule Berlin, sich gleich mit zwei herausragenden Protagonistinnen des deutschen Ausdruckstanzes zu beschäftigen; für einen Mann, zumindest in einem der beiden Stücke in die Haut einer Frau zu schlüpfen; für den Repräsentanten einer Institution, die einst aus der Fachschule für Künstlerischen Tanz hervorging, nachdem das Ministerium für Kultur Marianne Vogelsang die Mitarbeit aufgekündigt hatte.
Eine Herausforderung, der sich Nils Freyer ebenso eindrucksvoll wie erinnerungswürdig stellt.
«Vogelsang meets Hoyer» nennt sich sein Solo-Programm, das letztlich der Tanzfonds Erbe ermöglicht hat: eine posthume Begegnung der choreografischen Art, die Aufschluss gibt über zwei Künstlerpersönlichkeiten, die sich gekannt, womöglich sogar geschätzt haben, nie aber gemeinsam aufgetreten sind. Und das, obwohl Dore Hoyer in einem immer wieder gern zitierten Brief an Marianne Vogelsang von einer «wunderbaren gegenseitigen Ergänzung» spricht: «Du – sowohl ich – gehen unseren vorgeschriebenen menschlichen und künstlerischen Weg. Beide mit einem völlig eigenen Gesicht.»
Letzteres ist, rein physisch gesehen, an ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz
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