Sie erinnern sich?

Tanz - Logo

Sie haben den Herrn auf dem Cover schon einmal gesehen? Es ist George Balanchine, der Vater des modernen Balletts. Eine Legende, um die so viele Legenden ranken, dass man die Erinnerung an ihn bald nicht mehr von der Erfindung unterscheiden kann. Was haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, vor knapp zwei Jahren etwa um diese Zeit gemacht? Hielten Sie etwa ballet-tanz in der Hand und dachten, was macht der Hummer mit dem Balanchine? Dann haben Sie jetzt ein Déjà-vu, das keins ist. Sie halten eine Zeitschrift in der Hand, die es wagt, denselben Titel noch einmal zu drucken. Um Sie zu erinnern.

An was?
Keine Kunst ist flüchtiger als der Tanz. Ein Gemeinplatz. Keine Kunst muss so sehr dafür sorgen, sich an sich selbst zu erinnern, an die Tanzschritte, an die Choreografie. Alles ist so schnell vergessen. Darum scheint auch keine Geschichte jünger als die des Tanzes – weil er zwangsweise immer zeitgenössisch sein muss. Dabei tanzte der Mensch schon, da hatte er das Alphabet noch nicht erfunden.
Unzählige Ballette sind vergessen. Viele Rekonstruktionen funktionieren nicht, weil die Novität von einst heute wie ein alter Hut wirkt. Überschaubar bleibt die Zahl traumhafter Klassiker, bei ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2005
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Dancing the grey clouds away

Jenni Kivelä is one of Finland's most original artists, with an open and sincere relationship to the world. The characters and world she creates in her work are similar to that in the films of Aki Kaurismäki, where the ambience is not hopeless, just slightly melancholic. One of the main causes of melancholy is insecurity in love: will it last or not? In Jenni...

Living Organisms

At the beginning of the twentieth century, Edward Gordon Craig proclaimed that the human body should be entirely removed from the stage. He argued that the human body cannot be regarded as material to be formed, shaped and changed at will; that it can never be controlled completely. It is therefore unsuitable to serve as material for a work of art.
Craig’s...

Damenwahl

Montpellier Danse bot neben der Reihe «Le vif du sujet» erstmals den regionalen Kompanien eine Plattform. Höchstens dreißig Minuten, wenn nötig mit gekürzten Werken, hieß die Regel. Dass sich hier ein Pferdefuß versteckt, schwante den Kompanien gleich. Einige verweigerten sich der Amputation. Andere würfelten ihre Auszüge durcheinander. Die potenziellen Käufer der...