shadowland
eit vier Jahrzehnten hält sich dieser Pilz und entwickelt sich gerade zu großer Form. Eigentlich ist er winzig. Das Schwammerl Pilobolus wächst auf Mist und wirft sein pillenförmiges Hütchen weit von sich in Richtung Sonne. Der Name «Pilobolus», den sich die Gruppe 1969 gab, riecht nicht nur nach Humor und Überlebenstaktik, sondern trägt auch die Beweglichkeit, das überraschende Moment und die Nähe zur Natur mit sich.
Das ewige Kollektiv
Im Büro in Neuengland steht so ein Pilobolus herum, vergrößert, als zarte handliche Skulptur.
Ein Geschenk: ein paar dünne kurvige Stengel mit je einem blasenhaften Kopf drauf. Fast würde man diese Kreation oder Kreatur übersehen auf dem Schreibtisch zwischen all den anderen glitzerigen Dingen, die für Auszeichnungen stehen. Urkunden hängen an der Wand, die munter gepflastert ist mit Postkarten und Fotos. «Hier», sagt Ko-Direktor Michael Tracy stolz zur neuesten Plakette, «den ‹Dance Magazine Award› hat vor uns noch nie ein Kollektiv bekommen.»
Sie haben es tatsächlich geschafft, diesen Gemeinschaftsgedanken aus den Sechziger-Siebzigern bis heute zu erhalten, nachdem sie sich zu viert am Dartmouth College in New Hampshire zusammentaten. Sie ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: produktionen, Seite 18
von Melanie Suchy
Der Traum beginnt mit einer Pikanterie von nicht weniger als napoleonischen Ausmaßen, und zwar in Polen. Mit der zauberhaften Gräfin Maria Walewska, die 1804 als zarte 18-Jährige mit einem reichen, um ein halbes Jahrhundert älteren Herrn zwangsverehelicht wurde. Drei Jahre darauf verliebte sich Napoleon in sie. Maria blieb standhaft, traf den Kaiser erst auf...
Zu Beginn wuschelt eine überdimensionale Perücke wie ein großer kopfloser Zottelhund umher. Keine Angst, Rosalba Torres Guerrero wird da auch wieder herausfinden. Mit «Pénombre», ihrem ersten Stück, unternimmt das markante ehemalige Kompaniemitglied bei Anne Teresa De Keersmaeker und Alain Platel bei den «Wiener Festwochen» den Versuch, auf eigenen künstlerischen...
Für eine Heilige wärees das ungünstigste Rating, nach amerikanischen Maßstäben die Sünde selbst. «XXX» ist nicht jugendfrei. In Halle und Dortmund, den bislang einzigen Tourorten dieses frei produzierten Tanzoratoriums, durfte man auch unter 18 rein, weil sich zumindest choreografisch die Barockmusik von Domenico Scarlatti und Georg Friedrich Händel durchaus...
