seniors rocking
Weiße Kleinbusse brachten sie an den Rand dieser Wiese nahe der Lagune in der San Francisco Bay Area. Langsam bewegen sich Damen und Herren zwischen 65 und 100 Jahren auf die in Reihen stehenden Schaukelstühle zu. Sie nehmen Platz und der Tanz beginnt. Sie öffnen Arme und Brust, beugen sich nach vorn, klatschen, flattern mit den Händen. Synchron, zum Beat der Trommeln und den Klängen des eigenen Songs.
Schaukelstuhl, das erinnert an die Geborgenheit in der Wiege und an die Großeltern auf der Veranda.
Der Schaukelstuhl steht für die Ruhe in der Bewegung und den Bewegungen von Ruheständlern. In Anna Halprins Projekt «Seniors Rocking», über das Ruedi Gerber, Regisseur des Halprin-Porträts «Breath Made Visible», einen Film gedreht hat, wird der Schaukelstuhl, der rocking chair, zur Tanzbühne.
Mit rund 50 Bewohnern des Redwoods Retirement Center hat Anna Halprin unter kalifornischer Sonne ihr Projekt gestartet. «Tanzen ist nicht nur für die Jungen reserviert», sagt sie, «jeder kann tanzen.» Konsequent hat sie alles Material, das ihr die Tänzer anboten, für die Choreografie verwendet. Sauerstoffwägelchen und Rollator behindern zwar den Radius, nicht aber den Groove.
«Seniors Rocking» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katja Schneider
Was passiert mit uns? Was machen wir jetzt? Die Fragen kehren immer wieder in ihren «Lessons in Revolting», die Laila Soliman, Ruud Gielens und ihr Team in Kairo uraufgeführt und kurz danach beim Festival «Theaterspektakel» in Zürich präsentiert haben. So fragten sich die Leute täglich auch während der Revolution: Wo sie hingehen würden, vor was sie fliehen...
«Sadeh 21» heißt Ohad Naharins jüngste Arbeit. Vorgestellt beim letzten «Israel Festival», basiert sie wie gewohnt auf seiner «Gaga»-Technik, die durch Improvisation und Bildassoziationen jene Bewegungsqualität erzeugen will, die etwas farbiger, extravaganter und vor allem gefühlsbetonter daherkommt, als man es sonst im zeitgenössischen Tanz zu sehen bekommt.
Man...
Jean-Christophe Maillot ist 50. So läutet er beherzt und beunruhigt zugleich sein «Opus 50» ein. Er darf zurückblicken auf sein Schaffen und sich fragen, wohin die Reise geht. Einhalten und schauen, wie es klingt, wenn Körper, Geist und Tanz miteinander anstoßen. Das Ergebnis soll bestimmt für sich selbst stehen. Erklärende Texte überlässt er Marc Monnet, dem...
