screenings und ausstellungen
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gardenia
war 2010 das Erfolgsstück der belgischen les ballets C de la B. Mit einem transsexuellen Star, der damals noch keiner war: Vanessa van Durme. Nun, 200 Vorstellungen in 25 Ländern später, wurde aus dem Tanzabend von Alain Platel und Frank Van Laecke (tanz 10/10) ein Film – keine Bühnenadaption, sondern ein Blick ins echte Leben der sechs Hauptdarsteller, die im Theater den letzten Abend eines kleinen Travestie-Kabaretts feiern und selbst auf ihr Ende zugehen.
Im Schnitt fast 70 Jahre alt, werden diese Damen und Herren vom Dokumentarfilmer Thomas Wallner besucht. Prostitution, Pflege, Parodie waren in den 1960er-Jahren noch die einzigen Jobs für das «Dritte Geschlecht», das sich heimlich operieren ließ oder mit dem Coming-out im Verborgenen kämpfte. Ihre Kabaretts gibt es heute fast nicht mehr. So startet der Film in einem Puff, einer der Darsteller verdient hier sein Geld als Putzmann. Es ist eine ganz andere Perspektive als die der Bühne, die der Film auch zeigt. Kinostart von «Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt» ist der 13. November. Die Premieren in Anwesenheit von Team und Mitwirkenden sind am 3. November in der Volksbühne Berlin, am 4. ...
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Tanz November 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von
In Erinnerungen zu schwelgen, verbietet der Anlass. Vor zehn Jahren, am 21. November, ist Uwe Scholz in Bad Saarow gestorben, von Alkoholkonsum wie Tablettenmissbrauch gänzlich geschwächt: ein vergleichsweise junger Choreograf, gerade mal 45, schmächtig anzuschauen, der als Ballettdirektor in Zürich und Leipzig ein geradezu gigantisches Œuvre hinterlassen hat. Sich...
Arm ist, wer mit der Sorge ums Geld aufsteht, aus Sorge ums Geld arbeitet und mit derselben Sorge wieder ins Bett steigt. Armut kann unermesslich sein, und darum ist sie auch nicht messbar, nicht mal an der Füllhöhe des Kühlschranks. Ist einer erst dann arm, wenn er keinen Kühlschrank mehr hat? Arm ist vielmehr, wer sein Denken nur noch schwer in andere Bahnen...
Rundherum klopft und zupft der Sound von Tamer Fahri Özgönenc, während wir Zuschauenden uns akklimatisieren und im unbestuhlten Theatersaal arrangieren: ziellos flanieren, einander flüchtig oder eingehend mustern, uns auf den Boden setzen, uns gegenseitig erfassen und anpassen an jeweilige Gehrichtungen und -tempi. Eine Gemeinschaft auf Zeit, ein zufälliges...
