Screening 7/19

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«Schwanensee» und «Giselle»

«Schwanensee» kann man nicht oft genug sehen, schon gar nicht, wenn das Ballett ein Martin Schläpfer choreografiert hat. Wie kaum ein anderer hat der Direktor des Ballett am Rhein das Märchen aus der Musik Peter Tschaikowskys herausgehört. Und er hat es mit seinen Mitteln, wie er sagt, aus den «Körpern und Psychen» seiner Tänzerinnen und Tänzer herauserzählt – immer im Bewusstsein «wie zerbrechlich eine solche Arbeit ist». Und wie up to date ein Klassiker sein kann, wenn man ihn im Heute erspürt.

Dasselbe versucht auch Akram Khan mit seiner «Giselle», wenn auch auf andere Weise. Während Schläpfer «Schwanensee» noch in einem Märchen-Ambiente belässt, konfrontiert sein bengalisch-britischer Kollege die alte Geschichte mit den kapitalistischen Ausbeutungsmechanismen der Gegenwart: Sein Höllenort ist eine Textilfabrik irgendwo in Bangladesch, in der sich die Näherinnen zu Tode arbeiten. Ein Vergleich kann spannend werden: Morgens um 11 h Ballettklassik vom Feinsten, spätabends um Mitternacht dagegen die nackte Wirklichkeit, vorgeführt vom English National Ballet mit Tamara Rojo an der Spitze.
Beides am 13. Juli auf Arte; www.arte.tv 

 

3sat, www.3sat.de
13. ...

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Tanz Juli 2019
Rubrik: Kalender, Seite 42
von

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