Same Sex

Mann und Mann, Frau und Frau, und niemand führt für immer: Im Gesellschaftstanz ist die Emanzipation angekommen – als Befreiung von Geschlechterklischees.

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Gesellschaftstanz ist ein Spiel. Ein Spiel mit Regeln. Eiserne Regel über die längste Zeit: Getanzt werden Wiener Walzer, Cha-Cha-Cha und Tango von einem Mann und einer Frau. Mann und Frau. Er führt, sie folgt. Er trägt die Hosen, sie das Kleid.

«Gendertraining» nennen Jeff Fox und Trevor Copp den klassischen Gesellschaftstanz mit seinem festgelegten Rollenmuster. Die beiden kanadischen Tänzer und Tanzlehrer experimentieren seit Jahren mit dem fliegenden Führungswechsel, sie tanzen in gleich- wie gemischtgeschlechtlichen Konstellationen.

Ihr Konzept des «Liquid Lead Dancing» stellten sie 2015 bei der Infotainment-Konferenz «TEDxMontréal» vor. Samt Tanzeinlagen, bei denen innerhalb des Männerpaares die Rollen wechseln, jeder mal führt, mal folgt. Und dann ist da noch eine Dritte im Bunde, Alida Esmail – die auch immer wieder in die Führungsrolle wechselt.

 

«To man» or «to woman»?

«Das sah für Sie jetzt vermutlich etwas seltsam aus», vermutet Jeff Fox nach einem Männer-Paso Doble. Ja, ungewohnt ist es, wenn der größere, massigere Mann dem kleineren Partner folgt oder von einer Frau in einen Dip gedreht wird. Mehr aber auch nicht, lautet das Kernanliegen der beiden Tänzer: Wer mit ...

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Tanz März 2018
Rubrik: Gesellschaftstanz, Seite 68
von Elena Philipp

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