Sabine Hettlich
Sie haben während Ihrer vier Jahre als Star des Lido viel Bewunderung dafür gefunden, dass Sie auf Live-Gesang bestanden, Perücken und Federkopfschmuck verweigerten und hoch geschlossen statt mit nacktem Busen auftraten. Warum konnten Sie in Paris Ihre Bedingungen diktieren? Das war kein Diktat, sondern eine gute Zusammenarbeit. Der künstlerische Leiter hatte schon lange versucht, mich zu engagieren. Es war nie sein Anliegen, dass ich Playback singe, barbusig auftrete oder mit Kopfschmuck. Das denken nur alle. Allerdings war die Show für mich geschrieben.
Was haben Sie, was Ihre Konkurrentinnen nicht hatten? Risikobereitschaft. In Paris war es schon ein Thema, wie ich das durchhalten würde, zwölf Shows die Woche, jeden Abend zwei Auftritte mit Live-Gesang. Auch galten die Nummern als provokant. Ich bin nicht das Blondchen, das Showgirl, das nur Beine zeigt. Ich wollte eine Geschichte erzählen, als Mensch wahrgenommen werden, nicht als Kunstfassade.
Welche Bedingungen konnten Sie im Friedrichstadtpalast stellen, wo Sie seit Januar in der Revue «Glanzlichter» zu sehen sind? Es wurde ausgewechselt, was mir nicht gepasst hat. Der französische Teil zum Beispiel.
Gefällt Ihnen die Revue? ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wayne McGregor ist das Superbrain des britischen Tanzes. Der 37-Jährige hat sich als Schöpfer aufregender und befremdender Bühnenuniversen einen Namen gemacht. Mit seiner Londoner Random Dance Company gelangen ihm bahnbrechende Produktionen, in denen er innovativ mit neuen Technologien experimentierte. McGregor, der als erster Künstler ein Forschungsstipendium für...
In bernarda albas haus tanzt sie aus der Reihe: Adela, die Jüngste. Während sich ihre Schwestern in Repressions- und Sehnsuchtsspielen erschöpfen, lässt sie ihrer Laszivität freien Lauf. Voller Verlangen wirft sich Adela immer wieder lustvoll aufs Bett: ein keineswegs obskures Subjekt der Begierde, sondern eine Frau, die ihr Recht auf gelebte Sexualität fordert....
Wer je in China war, kennt das Gefühl. Schon nach dem Weg zu fragen, bereitet Unkundigen große Schwierigkeiten. Lesen geht nicht, Gesten können in völlig falsche Richtungen weisen. «Ich bin nicht von hier», versucht Eulalia Ayguade Farro zu sagen. «Ich komme von weit weg.» Aber woher? Meng Ning Ning vom National Ballet of China will es wissen, aber die Spanierin,...
