Robert Battle
Für mich als Privatmensch bezeichnet Heimat etwas Vertrautes und Beruhigendes, das keineswegs die Form eines Gebäudes oder Konstrukts haben muss. Heimat kann das Gefühl von Behaglichkeit und innere-r--- -Ruhe bedeuten. Als Künstler verstehen wir Heimat gewissermaßen als unser Zentrum. Tänzerinnen und Tänzer sind ja ohnehin stets auf der Suche nach ihrer Mitte – allerdings nur, um sich dann auch gleich wieder von ihr entfernen zu können. Heimat also als Basis. Und wenn ich nach Hause komme, kehre ich in mein Zentrum, meine Mitte zurück. Dorthin, wo mein Ursprung ist.
Heimat muss etwas Starkes, Beständiges sein, damit man sie verlassen und doch jederzeit zu ihr zurückkehren kann. Das hat mit Vertrauen und Vertrauensvorschuss zu tun. Jedesmal wenn du einen Schritt tust, führt dich dieser ein Stück aus deinem Zentrum hinaus. Und genau das ist es, was das Tanzen und jedwede Kunstausübung so aufregend macht. Ich habe Tänzerinnen und Tänzern immer gerne gesagt: «Wenn ihr einen Arm in die Luft streckt, vergesst nicht, dass er ein Teil von euch ist, dass er irgendwo herkommt.» Die Besonderheit dieser Energie und der Denkprozess, der deinem Zuhause, deinem inneren Kern entspringt und dann ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 113
von Robert Battle
Heimat ist für mich ein Rückzugsort, an dem ich mich erneuern kann wie eine Schlange, die ihre Haut abstreift. Ein Ort, an dem ich das Gegenteil von XENOS empfinde. Aber es ist wichtig, dass wir versuchen, den Begriff auch dynamisch zu denken. Denn einige, wenn nicht die meisten von uns, betrachten Heimat als statisch, als feste Adresse.
Für mich ist Heimat etwas...
Nach seiner Ausbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz in Italien und Frankreich zog Dario Tortorelli 2001 in die Niederlande. Hier arbeitete er u. a. mit den Choreografinnen Conny Janssen, Ann Van den Broek und Lucinda Childs sowie mit der Kompanie Introdans zusammen. Seit Beginn seiner eigenen choreografischen Tätigkeit und der Suche nach dem perfekten...
Drei Damen reiten auf einem aufblasbaren Springbrunnen, tanzen auf dem Rand des schwankenden Beckens, ringen miteinander in einer luftgefüllten, vier Meter durchmessenden Brunnenschale. In der zeitgenössischen Tanzkunst würde allein dieses Bild Applaus erheischen. Die bulgarische Choreografin Anna Dankova setzt Entscheidendes noch oben drauf. Ihre Tänzerinnen kauen...
