Revue

Eine Fotografin und ein Tänzer treffen sich in der Urform des Tanzes: der Revue als Formsprache. Raumerlebnisse und Denkanstöße sind bei WILHELM GROENER garantiert.

Tanz - Logo

Karl Valentin zum Bühnenmeister des Deutschen Theaters: «Sie sagen immer, die Kulissen san der Hintergrund! Jetzt stehnga mir dahinter – also is des jetzt der Vordergrund! Merken S’Ihnen das, man kann nicht vorsichtig gnug sein mit solchene Behauptungen!»

In ihren ersten Videoarbeiten entdeckte Mariola Groener, was später zentrales Arbeitsprinzip wurde. Als sie Aufnahmen aus Alltagssituationen in Einzelbilder zerlegte, kam Überraschendes zum Vorschein: harmloses Lachen enthielt auf einmal bedrohliche Züge.

In der Dehnung von Zeit, so fand die bildende Künstlerin heraus, entsteht ein anderer Raum, ein Raum, in dem viel Platz ist für Projektionen und Mehrdeutigkeiten.
Günther Wilhelm hatte schon immer eine Neigung zur Isolierung von Bewegung. Arm- und Beinarbeit zu trennen, einzelne Bewegungen in ihre Bestandteile aufzuspalten, wurde so etwas wie eine zweite Natur. Als der Tänzer und Choreograf Butoh studierte, lernte er ein anderes Verständnis von Zeit kennen. Zeit, die stark ausgedehnt wird und dadurch den Raum vergrößert.

Zerdehnen und Zerlegen

Zwei Systeme, die sich gegenseitig bedingen und Ausgangspunkt einer gemeinsamen Suche wurden. Als Mariola Groener und Günther Wilhelm vor ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2006
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 108
von Edith Boxberger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mobil werden

Der Zirkus ist in der Stadt. Die archaischste aller noch vorhandenen mobilen Bühnenräume hat zwar ein paar Nachteile: lange Aufbauzeiten, gewaltige Transportkosten und nicht immer die schönsten Standorte. Aber noch immer lockt ein Vorteil: Diese Bühne ist «meine» Bühne. Jede Inszenierung ist auf den eigenen Raum passgerecht abgestimmt.
Ohne die leiseste Assoziation...

William Forsythe

Following the launch of the new Forsythe Company, William Forsythe seems to be in good creative spirits, liberated from routine and financial burdens. With the 18 selected members of the company, he is as innovative and experimental as ever, showing a slight but significant change in his stance on creation, namely a greater freedom to send clear critical messages...

Ohne Funktion

«CC Cushion Umgebung Nr. 5: Kulturwald, der österreichische». Was sich sperrig liest, ist Paul Wenningers bei sommerlichen Temperaturen im Hof des Wiener Museumsquartiers vier Tage lang aufgestellte riesige, transparente Plastikblase. Acht Meter mal neun Meter mal dreieinhalb Meter. Das monströse Polster hält sich durch Luftüberdruck. Drinnen ein Nadelwald,...