(repräsen)TANZ zeigen verboten?
Wir gehen ins Theater. Die Bühne: dunkel, lediglich befunzelt von kleinen Taschenlampen, die das Publikum beim Einlass in die Hand gedrückt bekommt. Auf der Bühne: graue, vermummte, lemurenhafte Gestalten. Das Stück heißt «Ohne Titel». Autor unbekannt, die Tänzer sind es ebenfalls. Solche «Geheimnisse» machen neugierig. Im Vorfeld viel Spekulation, wer der Schöpfer dieses Projekts sein könnte. Es gibt keine inhaltliche Vorabinformation, der Programmzettel ist demonstrativ weiß und leer. Was wird gezeigt? Fast nichts.
Viel Nebel, immer wieder schemenhafte Gestalten, die sich wenig bewegen.
Beinah wie optische Täuschungen. Menschen und gleich gekleidete, gleich gewichtige Puppen sind kaum voneinander zu unterscheiden. Am Schluss: Rhythmische Musik, drum’n’ bass, dazu eine Puppe (oder doch ein Mensch?), die an Fäden hin und her gezogen wird. Dann, endlich, entblättert einer der Performer sein Gesicht und setzt sich ins Publikum, um die Diskussion zu leiten. Augenblicklich setzt eine heftige Debatte ein, streng polarisierend. Theater müsse zumindest irgendeine Form von sozialem Austausch bieten. Oder wenigstens etwas präsentieren – wenn schon nicht repräsentieren. Selbst diesen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2005
Rubrik: Körper, Seite 22
von Susanne Foellmer, Pieter T’Jonck, Arnd Wesemann
Christmas time is Nutcracker time, thinks Canadian dance researcher Jennifer Fisher, whose amusing book “Nutcracker Nation” tells us how the Russian “Nutcracker” of 1892 became the New World’s favourite ballet. In five chapters, Fisher attempts to elucidate the question of who regularly submits to the ritual of a “Nutcracker” performance at Christmas and why. To...
Zeitgenossen entdecken in Thomas Manns Novelle Mario und der Zauberer mühelos Bezüge zu heute. Als ein Stück über die Freiheit des Willens choreografierte es Stela Korljan, Ballettdirektorin vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Aus dem «Zauberer» wird der Ich-Erzähler, ein Alter Ego Thomas Manns: niemand anderes als der Generalintendant Michael Grosse, der...
Sie sind Erste Ballettmeisterin am Staatsballett Berlin. Für was sind Sie verantwortlich?
Auf Disziplin zu achten, das ist eine meiner Hauptaufgaben. Diese Disziplin beginnt mit dem Besuch des morgendlichen Trainings. Daran erkennt man auch die Einstellung zum Beruf. Dann muss der Probenablauf eingeteilt werden. Als Ballettmeisterin muss ich erst einmal erkennen,...
