Replay. Reenact
Nicht zuletzt angeregt durch den Tanzfonds Erbe beschäftigt sich eine zunehmende Zahl von Choreografen mit der Wieder-Holung vergangener Tanzereignisse. Dabei tritt neben der Diskrepanz zwischen Aufführung und nachgelassenen, oft unbefriedigend unvollständigen Aufzeichnungsmaterialien die Frage, über welches Verfahren sich dem Gewesenen denn anzunähern sei.
Mit den Bezeichnungen «Referenz», «Re-enactment», «Re-Konstruktion», «Re-play»,
«Re-staging», «Re-animation» und «Re-Inszenieren» bringt die Tanzwissenschaftlerin
Krassimira Kruschkova gleich einen ganzen Strauß von Begrifflichkeiten ins Spiel, die sämtlich um die Frage der «kritischen Aneignung» und «Erschütterung» eines sich entziehenden «Originals» kreisen. Dabei ist durchaus zu fragen, um welches Original es sich jeweils handeln könnte, ist doch das Ereignis selbst entzogen und zumeist nur noch in seinen medialen Transfers oder der mündlichen Übermittlung von Zeitzeugen zu fassen. So entzünden sich an eben jener Problematik des Verhältnisses zum «Original» die Debatten um die Begriffe und deren Gebrauch.
__________original
In den akademischen wie auch den künstlerischen Diskursen schwanken die Meinungen beträchtlich. Die ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: re:, Seite 42
von Susanne Foellmer
Der Choreograf Jerome Robbins war ein wohlhabender Mann und dazu noch ausnehmend generös. Schon 1958 rief er eine Stiftung ins Leben, die allerlei Leute mit Stipendien versah, aus denen Berühmtheiten wurden: etwa Paul Taylor und Twyla Tharp. Zugleich wusste Robbins, den alle Welt nur «Jerry» nannte, seinem Werk wie sich selbst ein Denkmal zu errichten: durch eine...
Florentina Holzinger: Was machst du gerade?
Eike Wittrock: Ich organisiere mit Margarita Tsomou in Hamburg fürs «Internationale Sommerfestival» auf Kampnagel die «Fantasies that matter. Images of Sexwork in Media and Art»-Konferenz.
Holzinger: Was ist das denn?
Wittrock: Kulturwissenschaftlerinnen treffen auf Sexarbeiterinnen. Aber wir sind ja nicht deshalb hier. Es...
Er ist einer der größten Ballett-Stars seines Heimatlandes Kanada und derzeit erste Wahl, wenn es um die Besetzung der Hauptrollen beim National Ballet of Canada (NBoC) geht. Er verkörpert diese Partien mit Bravour, seit er vor 15 Jahren erstmals in der Kompanie auf sich aufmerksam machte. Die Künstlerische Leiterin Karen Kain bezeichnet ihn als Ausnahmetalent:...
