Rencontres Choréographiques Internationales De Seine-Saint Denis
Rencontres Chorégraphiques Internationales De Seine-Saint Denis
Nacera Belaza und Radhouane el Meddeb sind zwei der Hoffnungsträger bei den Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint Denis bei Paris. Wir fragten die beiden nach der Rolle ihrer Herkunft für ihre Choreografien.
Radhouane el Meddeb: Ich bin in Tunesien aufgewachsen, habe dort die ersten 25 Jahre meines Lebens verbracht und lebe seit 13 Jahren in Paris. Das Nachdenken über meine Identität betrifft aber nur meinen Körper. In ihm steckt meine persönliche Geschichte.
Wie platziere ich dieses runde Etwas im Raum? Darum geht es, nicht um meine Herkunft. Die spielt doch in meiner Generation für einen Künstler keine Rolle mehr. Ich wurde zuerst Schauspieler, und zwar aus Zufall, weil ich meine ältere Schwester zu einer Audition begleiten musste. Als Frau durfte sie nicht allein gehen. Ich spielte auch vor, und wir wurden beide genommen. Mich interessierte Theater gar nicht. Doch meine Schwester konnte ohne männliche Begleitung nicht hingehen. So blieb ich auch dabei. Die Bühne hat mich einer sehr religiösen Periode entrissen. Ich war damals so mystisch, dass meine Eltern sich Sorgen machten. Im Theater ...
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