Praxis
je t’ A.I.M.E
Sie haben eine «Vereinigung von Individuen in engagierten Bewegungen» gegründet. Was macht sie genau?
Julie Nioche: A.I.M.E. soll nicht nur Werke für die Bühne kreieren, sondern auch pädagogische und medizinische Projekte betreiben, die Tanz beinhalten. Jeder von uns arbeitet selbstständig in seinem Bereich. Ich in der Kunst, Isabelle Ginot in Lehre und Forschung, Michel Repellin engagiert sich für Aidskranke, Gabrielle Mallet ist Physiotherapeutin und Osteopathin. Aber in jede Arbeit fließen die Fähigkeiten der anderen ein.
So habe ich ein Kolloquium zum Thema Körperbild organisiert, mit Psychologen, Physiotherapeuten und Osteopathen. Michel und ich studierten zusammen Osteopathie. Bei Isabelle steht der Austausch zwischen Theorie und Praxis im Mittelpunkt. Wir haben gemeinsam einen Studiengang zum Thema «Techniken des Körpers und Behandlungspraktiken» ins Leben gerufen, der im März begann. Wir machen Angebote für Aidskranke und Massagemethoden in Krankenhäusern, wobei wir deren Wirkung wissenschaftlich untersuchen. Künstlerisch verwendete ich unsere Behandlungsmethoden bereits bei den Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis mit Gabrielle ...
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Als Martha Graham 1991 im Alter von 95 Jahren starb, hinterließ sie nicht nur ein umfangreiches choreografisches Werk, sondern auch eine klassische «Modern Dance»-Technik mit Wiedererkennungswert. Ihren verhakten, scharf akzentuierten, «schweren», das heißt, die Gravitation nicht leugnenden Tanz, hat die Ikone des amerikanischen Tanzes in ihrer 60-jährigen Karriere...
Was wie ein schlichtes Ferienhäuschen aussieht, das hier dem Bagger zum Opfer fällt, war seit 1961 das Sommerdomizil der Dresdner Tanzpädagogin Gret Palucca (1902–1993). Es stand bis zum 20. März etwas verkommen in Vitte auf der Insel Hiddensee. Die Bagger schoben alles zusammen, «hinterließen nur einen Schutthaufen», so die Augenzeugin und Geschäftsführerin der...
Eva Evdokimova tanzte die Giselle voll erlesener Poesie, formvollendet, hochmusikalisch, leichtfüßig und bei aller Fragilität von einer Fraulichkeit, als hätte der Geist der Romantik von ihrem Körper Besitz ergriffen. So debütierte 1970 die Genfer Tochter eines bulgarischen Vaters und einer amerikanischen Mutter 22-jährig an der Deutschen Oper in Berlin. Nur zwei...
