Peter Quanz: «Charlies Kreuzfahrt»

in Chemnitz

Tanz - Logo

Peter Quanz choreografiert seiner Jugend zum Trotz wie ein Alter. Wer Charlies Kreuzfahrt am Ballett Chemnitz erlebt hat, will nie und nimmer glauben, dass es sich dabei um die erste größere Arbeit eines 25-jährigen Kanadiers aus Baden/Ontario handelt. Da sitzt jeder Schritt, und wie man das Stück auch dreht und wendet, wird man ihm mangelnden Professionalismus kaum vorwerfen können. Quanz legt eine routinierte Gewitztheit an den Tag, die selbst einen Charleston grundsolide, wenn nicht sogar klassisch elegant erscheinen lässt. Überraschungseffekte sucht man hingegen vergebens.

Nicht eine einzige Pointe – und das bei einem Plot, aus dem Chaplin womöglich eine Parodie auf alle Kriminalfilme seiner Zeit gefiltert hätte! Charlie spielt mit, Stöckchen schwingend zieht Marko Bullack zwischendurch die erwartete Show ab. Dass seine abgelegte Melone einem anderen den Tod bringt, mag makaber klingen. Musikalisch untermauert mit Melodien aus Cole-Porter-Musicals, relativiert sich aber jeder Mord auf der Luxusjacht zu einem Mix aus Lust und Leidenschaft – und dafür ist an diesem Abend Louella zuständig, Klatschreporterin in Diensten von William Randolph Hearst, dem Peter Quanz die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2005
Rubrik: On Stage, Seite 51
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Celebrities

Als beste neue Ballettproduktion ist in Mos­kau das Mariinsky Ballett St. Petersburg für seinen Abend mit Choreografien von William Forsythe mit der Goldenen Maske ausgezeichnet worden. Der Balanchine-Abend desselben Ensembles ging dagegen leer aus – wie auch die neue «Romeo und Julia»-Fassung des Moskauer Bolshoi (von Radu Poklitaru und Declan Donnellan). Als...

Finns on film

Arja Raatikainen’s internationally acclaimed dance piece   “Opal-D“ has been adapted for film. Director Kimmo Koskela, who was also responsible for the multimedia of the stage production, unified all the design elements, the stage on a water pillow and the choreography danced by Arja Raatikainen and Katri Soin, in a film version which is even more powerful than the...

Kreuzweise

Der Skandal fand in der Presse statt. Das Abendmahl wäre eine Orgie von Fußfetischisten. Die Kreuzigung eine Peitschennummer. Für Pastoren ist das nichts. Für Kritikerinnen, die ihnen nahe stehen, auch nicht. Die Pastoren verließen das tanzhaus nrw nach der Pause dieses Dreistünders und lasen später doch nur: Jesus, der Schmerzensmann, wurde geopfert für die...