persönlich
newcomer: lea moro
Warum präsentiert sich eine junge aufstrebende Choreografin und Tänzerin in Disziplinen, die sie nicht beherrscht? «Ich bin keine Sängerin», gibt Lea Moro freimütig zu. Und gerade weil ihre unverbildete Stimme Ohrwürmer anders klingen lässt, möchte man umso genauer hinhören. «Ich bin auch keine Rollschuhläuferin», bekennt sie und stemmt die Stopperspitzen ihrer monströsen Fahrobjekte so fest in den Boden, dass einem unwillkürlich Lady Gagas Erscheinen auf schwindelerregend hohen Schuhskulpturen in den Sinn kommt.
So seltsam gekünstelt wie faszinierend ist dieser Auftritt. Ein Statement in bester Pop-Art-Manier.
Mit «The End of the Alphabet» hat Lea Moro im Zentrum für Choreographie K3 in Hamburg ein Solo-Musical auf Rollschuhen geschaffen. Man denkt an Starlight Express. Aber Moro lotet mehr das Prinzip Musical aus, die dramaturgischen Wendungen samt Glamour, Effekt und Gefühl. Eine Art Meta-Musical: klug, unterhaltsam und kunstvoll sezierend. Genial ist die Musik konzipiert. Die Komponistin Jana Sotzko hat Hits von «Mamma Mia» bis «Chicago» mit Vivaldis Klassik-Schlager «Die vier Jahreszeiten» verwoben. Anflüge von Nostalgie werden von Moros Gesang gezielt ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Menschen, Seite 30
von
counter phrases
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