persönlich
newcomer_________
christine borch
Die Presse vergaß nicht, mehrfach die Schönheit der drei Tänzerinnen zu betonen, die auf einem runden Präsentierteller lagen, in delikat weiten Blusen, die stöhnten, orgiastisch atmeten und gemeinsam zu einem Höhepunkt kamen. Zur Eröffnung der «Tanztage» in Berlin sah man sie darauf in glücklicher Erschöpfung mit melodischen Affenlauten einen gemeinsamen Rhythmus erzeugen. Kurz erinnerte Christine Borchs «One Revolution, Respiration» da an Stanley Kubricks Film «2001 – Odyssee im Weltraum», erste Szene.
Eine Affenhorde in Ekstase, Kain erschlägt Abel, ein Knochen fliegt. Schnitt. Ein Raumschiff fliegt. Bei Borch weitet den Horizont nicht der Atemzug der Weltgeschichte, sondern der Hauch des Erotischen.
«Intimate nature» nennt die gebürtige Dänin ihr Begehren: «In meiner Kunst suche ich Intimität, den Austausch. Das kann die Intelligenz eines anderen sein oder sein Körper.» Austausch und Atem ist für sie ein Naturprinzip: wie der Wärmetausch des Wetters. «Body Weather» hat das ihr Butoh-Meister Min Tanaka genannt, sie selbst nennt sich ein «Kind des Klimawandels». Und worauf läuft der hinaus? Auf Naturesoterik? Eine Atemschule? Oder doch auf den ...
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Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 28
von
du bist ein Tänzer aus Mali. Die Vorurteile liegen auf der Hand. Du hast diese «besondere» Hautfarbe und eine für europäische Tänzerverhältnisse zu sportliche Physiognomie. Nun aber haben es alle aus den Nachrichten erfahren. Bei dir zu Hause herrscht Krieg. Jeder fragt dich besorgt: Stammst du aus dem Norden oder Süden von Mali? Auf einer zeitgenössischen Bühne...
Das Eingangsbild: die gefilmte, unschuldige Neugier eines Babys. Dann bohrt ein Pressluftbohrer Löcher in den Bühnenboden: der Zorn des Teufels. Als Nächstes betritt eine Figur mit Vogelgott-Maske die Szene. Später blicken wir auf die Couch eines Psychiaters und den Tanz einer sich auflösenden Seele – zu Worten, die urkomisch wären, wenn sie nicht so authentisch...
Solange Bücher geschrieben werden und Menschen träumen, lebt auch das Ballett. Sagt im Interview Sergej Gordienko und liefert mit seinem Debüt als Ballettdirektor am Mecklenburgischen Staatstheater gleich den überzeugenden Beweis. Erfahrung bringt der gebürtige Ukrainer mit: als Tänzer in Kiew, Ljubljana, Zagreb, Hannover, Ballettmeister dann in Bielefeld, Leipzig...
