Pausieren
Philosophie und Tanz – beide befassen sich mit der Zeit der Bewegung. Die Philosophie tut dies kognitiv – auf dem Weg des Denkens etwa von Paradoxien wie Zenons berühmter Beweis, dass Achill die Schildkröte nie wird einholen können. Der Tanz hingegen, als eine Zeitkunst, arbeitet mit Bewegung, körperlich gestalteter Zeit. George Balanchine hat, aus diesem Wissen um die Zeitgestaltung, seine Zusammenarbeit mit Igor Strawinsky begründet: Strawinsky sei ein begnadeter «Schöpfer von Zeit».
Dabei enthält die Zeitgestalt des Tanzes immer auch jene Zeit-Ausschnitte, die den Bewegungsfluss unterbrechen; jene Momente, die in der Musik «Pause» oder «Fermate» heißen: Zeit-Ausschnitte der Nicht-Bewegung im Tanz. Das Anhalten der Bewegung – ein «still» im Tanz-Verlauf – zeigt sich in unterschiedlichen Stilformen und Varianten als Pose, sei es im Ballett, im Tanztheater oder im «posing» der Breakdancer. Der Begriff Pose (italienisch: posa) hängt wortgeschichtlich mit der aus dem lateinischen stammenden Bezeichnung Pause, d. h. «Unterbrechung, Innehalten, kurze Zeit der Rast», zusammen.
Es verwundert nicht, dass just seit jener Zeit, als sich zu den «alten» Zeitkünsten eine neue einfand, nämlich ...
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Die tödlichen Krater neben dem Haus des Choreografen sind längst wieder zugeschüttet, und nichts erinnert daran, dass hier vor kaum einem Jahr libanesische Raketen einschlugen. Wenn Rami Be’er durch die grüne, nach Blumen und leichtem Moder duftende Stille des Kibbutz Ga’aton zu dem abgenutzten Trainingssaal geht, geht er wie durch ein Ferienidyll, ein...
Mustafa Kaplan war Ingenieur, Filiz Sizanli Architektin in Istanbul. Ich erwähne das, obwohl ich hoffe, dass sie von nun an nicht immer so vorgestellt werden. Man sieht es natürlich. Nicht plakativ wie die Faust aufs Auge oder als Running Gag. Es engt auch ihren Blick nicht stilistisch oder thematisch ein. Ich bin versucht zu sagen: Das unterscheidet sie positiv...
