Paris en tour
Allen voran ist es das «Romaeuropa Festival», das die italienischen Hauptstadtbürger seit nunmehr fast 30 Jahren über das internationale und nationale zeitgenössische Kunstschaffen auf dem Laufenden hält. So war das Festival auch das Sprungbrett für «Darling», die neue Produktion des aufsehenerregenden Autoren- und Regieduos ricci/forte. Stefano Ricci und Gianni Forte ist es gelungen, Publikumsschichten ins Theater zurückzulocken, die von der üblichen, zumeist klassischen Kost übersättigt sind.
Ihre eindrucksvolle Körpersprache à la Jan Fabre erzählt in spektakulär-farbiger Bühnenausstattung mit zuweilen rabiater Cyberpunk-Attitüde von Gewalt und postmodernem Wahnsinn. Dabei hat die Kompanie – zunächst als problematisch, aber durchaus innovativ zur Kenntnis genommen – bei Gastspielen in Europa und darüber hinaus mit Stücken wie «Macadamia Nut Brittle», «Imitationofdeath», «Troia’s Discount» oder «Grimmless» seit 2006 ihre eigene Ästhetik entwickelt, die sie wie einen Code fortschreibt.
«Darling», erklärtermaßen locker auf der «Orestie» von Aischylos basierend, mutet da eher wie ein Rückschritt an. Die für gewöhnlich präzise Beleuchtung wird hier auf den fahlen Schein von Neonröhren ...
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Tanz März 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Sergio Lo Gatto
ausstellung_________
anne teresa de keersmaeker versucht sich an einer getanzten Installation. Unter dem Titel «Work/Travail/Arbeid» erarbeitet sie ihr Stück «Vortex Temporum» aus dem Jahr 2013 neu: Das polyphon strukturierte Werk, das mit der Linearität und dem Zyklus-Charakter von Zeit spielt, setzt sie der radikal anderen zeitlichen und räumlichen Situation...
Sabine Kupferberg, es gibt eine Arthaus-DVD, die Sie als «A Woman of a Thousand Faces» ausweist, Sie selbst nennen sich darin «ein Kind der Liebe». Das mit dem «Kind der Liebe» war von mir eine etwas naive Vorstellung, als ich noch jünger war. Es ist insofern auch nicht falsch, als sich meine leiblichen Eltern tatsächlich liebten, obwohl sie anderweitig gebunden...
Ein einziges Mal ist Shakespeare auf den Hund gekommen. Crab heißt er im englischen Original, Mies auf deutsch, und er spielt in «Zwei Herren aus Verona» eine nicht unbedeutende Rolle. Veit Schubert hat sich für die Koproduktion des Berliner Ensembles und der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» einen Dackel einfallen lassen, der nicht nur komisch ist,...
