Oona Doherty
Ihre Performances gehen auf direktem Weg ans Eingemachte. Inzwischen lässt Oona Doherty die viszerale Intensität, die sie als Performerin auszeichnet, auch in eigene Choreografien einfließen: glühende, aufrichtige Porträts männlicher und weiblicher Identitäten, geformt unter dem Schmiedehammer der Gesellschaft. Ihr Stück «Hope Hunt» brachte den choreografischen Durchbruch und trug ihr 2017 den «Total Theatre Award for Dance» beim «Edinburgh Festival» ein.
Doherty legte nach: «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» ging beim diesjährigen «Dublin Dance Festival» über die Bühne des Abbey Theatre. Außerdem ist Doherty eine von 20 auserwählten NachwuchschoreografInnen, die jährlich vom paneuropäischen Tanz-Netzwerk «Aerowaves» vorgestellt werden (www.aerowaves.org).
In «Hope Hunt» ebenso wie in «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» führt uns Oona Doherty ein längst in Fleisch und Blut übergegangenes Verhalten vor Augen, das seinen Ursprung in einem singulären Vorurteil der nordirischen Gesellschaft hat. «Entscheidungen in Fragen von Moral und Menschenrechten werden in diesem Land auf der Grundlage wirtschaftlichen Profits und eines religiösen Glaubenssystems getroffen», ließ sie im ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 158
von Michael Seaver
Für mich ist Heimat natürlich mein Geburtsland, die Tschechoslowakei, und: ihre Landschaft, ihre Sprache (Tschechisch und Slowakisch), ihre Literatur (Karel Čapek, Jaroslav Seifert, Bohumil Hrabal, Milan Kundera), ihre Musik (Antonín Dvořák, Bohuslav Martinů, Leos Janáček), ihre Volks-tänze und die Malerei (František Kupka, Josef Šíma, Jan Koblasa, Zdeněk Sýkora)....
Ein kontinuierliches Oszillieren zwischen formaler Strenge und künstlerischem Wagemut: So bezeichnet die kanadische Tänzerin und Choreografin das Spannungsfeld, in dem sich die geordnete Mehrstimmigkeit ihrer Kreationen entfaltet. Pites Arbeiten für große Ensembles – «The Seasons’ Canon» etwa, das sie für mehr als 50 Tänzerinnen und Tänzer des Pariser Opernballetts...
Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.
Joudehs Geschichte hat in den...
