Olaf Schmidt

Regensburg

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Ein Bild wie aus der Parfüm-Werbung: In teuer aussehender Unterwäsche stehen sich Sandrine Cassini und Fabian Moreira Costa gegenüber. Beide haben soeben ihr weißes Tutu ausgezogen. Sie lächeln sich an, schauen sich tief in die Augen. Olaf Schmidt, Ballettdirektor am Regensburger Stadttheater, lässt in seiner «Schwanensee»-Adaption Prinz Siegfried also nicht in den Fluten des Sees ertrinken, aber welche Liebe er gefunden hat, wie das Kitschbild am Schluss suggeriert, bleibt ungewiss.


Schmidt hat den Spitzentanz-Klassiker auseinandergenommen, Herz und Nervenstränge freigelegt und ihn auf die Oberflächen heutiger gesellschaftlicher Wirklichkeiten projiziert. Auch wenn die Deutungsebenen, die der gebürtige Berliner nacheinander aufreißt, eine wilde Mischung ergeben, liest sich seine Fassung streckenweise spannend und unterhaltsam wie ein Krimi.
Olaf Schmidt versetzt den Königshof in ein schickes Loft und inszeniert die Geburtstagsfeier des Prinzen im ersten Akt als Laufsteg-VIP-Party, wo man, schön unter sich, schnupft und säuft. Siegfried ist kein melancholischer Held, der einer tragischen Verfehlung unterliegt, sondern ein in enger Mutterbindung verhafteter Reichensohn, der ohne ...

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Tanz Juni 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 39
von Alexandra Karabelas

Vergriffen
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