neues vom neuen zirkus

In Prag und Berlin hauchen Kompanien dem Zauber der Manege die Kunst des Physical Theatre ein. Und das sogar auf eigene Bühnen

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Ein Tänzer macht einen Handstand auf dem Kopf einer lebensgroßen Puppe. Wäre dieser Handstand künstlerisch motiviert, wäre er nicht akrobatisch. Es ist aber ein akrobatischer Handstand, weil ihn kaum einer so ausführen kann wie Florian Zumkehr. Darum ist es keine Kunst. Zwar würde Florian Zumkehr, dessen «Nummer» in Berlin im Rahmen einer «Show» namens «Dummy lab» mit viel Applaus bedacht wurde, leise und entschieden dagegen protestieren.

Aber anders als es die Kulturgesetze in Frankreich, Schweden, Kanada, Belgien oder Tschechien bestimmen, ist in Deutschland ein Künstler nur dann ein Künstler, wenn er – in diesem Fall mittels seines Körpers – eine eigene Interpretation darbieten kann. Also ein Tänzer ist. Wenn aber jemand dem Anschein nach volles Risiko fährt und mittels seines Gleichgewichtssinns kopfüber eine Puppe mehr als nur geschickt beturnt, dürfen seine Fähigkeiten hierzulande getrost Parkour, Tricking oder Akrobatik genannt werden – nicht aber Kunst.

Anke Politz ist künstlerische Leiterin des Chamäleon, eines 2004 eröffneten Theaters in den Hackeschen Höfen in Berlin, das sich auf Neuen Zirkus spezialisiert hat. Sie hat «Dummy lab» produziert, das Format, in dem Zumkehr ...

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Tanz März 2016
Rubrik: report, Seite 64
von Arnd Wesemann

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