Nele Herting
Der Tanzplan Deutschland ist für mich Ende und zugleich hoffnungsvoller Neubeginn eines langen Prozesses. Ein großer Teil meines beruflichen Lebens war stark geprägt von der Beschäftigung mit dem Tanz in seinen vielfältigen Erscheinungsformen – angefangen mit den frühen Versuchen in der Akademie der Künste im schon fast legendären Festival «Pantomime, Musik, Tanz, Theater», mit dem Dirk Scheper und ich durch die Präsentation der damals prägenden Choreografen und Kompanien aus aller Welt auch der Tanzentwicklung in Berlin und Deutschland neue Impulse geben wollten.
Bis heute ging es in immer erneuten praktischen, theoretischen und politischen Bemühungen darum, dem Tanz die ihm zukommende und so lang verweigerte Bedeutung als eigenständige Kunstform zu erkämpfen. Dazu gehört für mich auch die Sichtbarkeit dieser Anerkennung durch weitreichende und zukunftsweisende politische Unterstützung.
Dafür ist jetzt mit dem neuen «Leuchtturmprojekt» der Kulturstiftung des Bundes – Tanzplan Deutschland – ein entscheidender Schritt getan. Die Beschäftigung mit diesem ehrgeizigen Projekt und die Auseinandersetzung mit den angetretenen Bewerbern und ihren vielfältigen Ideen und Vorschlägen war ...
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Ssssssss. Rtschschhhh. Leise, fast unhörbar hohe Töne sirren durch den Raum. Die Luft flirrt und vibriert. Irgendwo auf der dunklen Bühne, von der ein schwarzer Teppich wie ein schmales Band zur Rampe auf die Zuschauer zuläuft, bricht etwas auseinander, reißt etwas ab, dehnt sich etwas knarzend aus. Ritsch. Ein kleiner Kran dreht sich wie der Arm einer Krake durch...
Frankreichs Trabantenstädte leiden unter Isolation und Bandenkriegen. Noch immer kämpfen die HipHopper gegen das Image vom potenziellen Gewalttäter, der sich im Tanz abreagiert. Längst verkörpern sie das Gegenteil von Abschottung und haben auch letzte Berührungsängste verloren, wie es auf dem Festival Suresnes Cités Danse in Ohr und Auge sprang. Die Kompanie Trafic...
Bei den Finalszenen «Bongo Bongo Nageela» und «Mr. Pnut goes to the big top» reibt sich der William-Forsythe-Habitué verwundert die Augen: Hatte das Ballett Frankfurt 1988, als es Impressing the Czar aus der Taufe hob, wirklich so viele Tänzer, wie sie jetzt einheitlich in amerikanischen Schulmädchen-Uniformen und mit Pagenperücken das Königliche Ballett von...
