Nacho Duato
verlässt im Sommer die von ihm vor zwanzig Jahren gegründete Compañía Nacional de Danza in Madrid. Das gab Kulturministerin Ángeles González-Sinde bekannt, um die staatliche Kompanie in eine Balletttruppe zu verwandeln. Schon seit Jahren werben darum von London aus die spanische Solistin des Royal Ballet, Tamara Rojo, und ihr Landsmann am Pariser Opernballett, José Carlos Martinez. Nun muss Duato aufgeben, seine Vertragsverlängerung um nur ein Jahr verstand er als Brüskierung. Am 31. Juli ist Schluss.
Duato, der mit Rücksicht auf die spanische Mentalität sechzig meist kurze, oft religiös grundierte Tanzstücke choreografiert hat, die dem Publikum in zahlreichen Pausen ein ausführliches Treffen am Buffet ermöglichten, ist außer sich. Das 2008 gegründete, in Segovia beheimatete Ballettensemble von Ángel Corella dürfte doch reichen – als «Pizza-Readymade für Fast-Food-Ballettjunkies», so Duato. Ballettlehrer wie Victor Ullate hätten das Niveau des spanischen Balletts nie hoch genug gehoben: «Wir haben ein paar gute klassische Tänzer, auch ein paar gute Astronauten, aber deswegen fliegen wir noch lange nicht zum Mond.» Spanien sei Spitze im Flamenco, aber nicht reif für die Klassiker. ...
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