münchen: Cuqui Jerez: «The Nowness Mystery»
Markantes Gesicht, androgyne Figur: Amalia Fernández könnte einem Film von Pedro Almodóvar entsprungen sein. Das klingt nach Klischee. Und schon deshalb dürfte die spanische Choreografin und Regisseurin Cuqui Jerez dieser Vergleich freuen, denn sie holt das eine oder andere Klischee hervor, um es in verblüffender Weise gleich wieder auszuhebeln. Amalia Fernández ist in ihrer Darstellung allerdings weit entfernt von jener Hysterie, in die der Kultfilmer seine Schauspielerinnen hüllt, sondern spielt mit lässigem Understatement, wie es die Theateravantgarde derzeit gebietet.
Ihre Bühnenpartnerin Maria Jerez, die Schwester der Choreografin, blickt wie ein Engel unter ihrer wilden Lockenpracht hervor. Wohl kalkulierte Naivität bereitet hier den Boden für anschauliche Situationskomik. Was Letztere betrifft, kann sich Cuqui Jerez fest auf ihre beiden Performerinnen verlassen. In «The Nowness Mys-tery», ihrem neuen Stück, uraufgeführt auf Kampnagel in Hamburg, hatten die beiden vom ersten Moment an die Lacher auf ihrer Seite.
Um beim Klischee zu bleiben: Eine Meldung aus der Klatschpresse, Trennungsgerüchte um Hollywoods populärstes Paar «Brangelina», gibt Cuqui Jerez Anlass und Ankerpunkt ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Irmela Kästner
Bartabas: «Calacas» in Paris
Kevin O'Day: «I'm with the band» in Mannheim
Toula Limnaios: «anderland» in Berlin
ab 10. Dezember: «Flux» im Staatstheater Kassel
ab 28. Dezember: Jean-Christophe Maillot: «Lac» in Monte-Carlo
...und Vítor Roriz gewinnen den diesjährigen «Prix Jardin d’Europe» mit ihrer Produktion
«A Gesture that is Noting but a Threat». Beim «eXplore dance festival» in Bukarest erhielten sie dafür einen Produktionskostenzuschuss von 10.000 Euro. Ihr Stück ist eben nicht nur eine Drohung. Beiden Portugiesen geht es darum, als Tänzer etwas mehr zu sein als nur ein Körper...
Erich Walter, Roberth North, Tom Schilling, Pavel Šmok taten es. Roland Petit tat es. Sie und viele weitere Choreografen konfrontierten einen Menschen, wie es Tradition auch in der bildenden Kunst ist, ein Mädchen, mit dem Tod. Der kommt nicht als ein Lebensentreißer, sondern als einer, der sanft in tröstliche Gefilde überführt.
Auch Ralf Dörnen und das Ballett...
