mindbox: schiffbruch mit zuschauer...
...heißt ein berühmter Text des deutschen Philosophen Hans Blumenberg. Roberto Zappalà, Choreograf aus dem sizilianischen Catania, zeigt das gleichnamige Stück am 7. Mai in der Schwankhalle in Bremen im Rahmen des Festivals «dancing roads compact». Der Mensch, heißt es bei Blumenberg, solle «in seiner Lebensführung den Bedarf an Wegzehrung so beschränken, dass er noch von einem Schiffbrüchigen schwimmend mitgeführt werden könnte». Das hat er vom Sokratiker Diogenes Laertius.
Der schiffbrüchige Mensch, eine «Mindbox», will das sichere Land unbedingt erreichen – wobei unwichtig ist, wie kräftig er ist. Wichtig ist nur, wie sehr ein Gemisch aus Willen und Zufall ihm hilft, tatsächlich gerettet zu werden. Das Leben ist: ein Glücksspiel. Zusammen mit dem Berliner Medienkünstler Christian Graupner entwickelte Zappalà einen einarmigen Banditen. Eingespeicherte choreografische und stimmliche Patterns werden vom Publikum wie bei einem Spielautomaten immer neu abgemischt. Rettung ist nie in Sicht, nur die Hoffnung auf ein bisschen Glück, wenn tatsächlich mal drei gleiche choreografische Muster auf der Leinwand erscheinen. Die Suchtgefahr ist dabei so groß wie die, sich ans eigene ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 60
von Elisa Guzzo Vaccarino
Von einem «Tausendfüßler der Metasinnlichkeit» ist die Rede. Das Bild passt gut zu Philippe Decouflé. In seinem neuen opulenten Werk «Octopus» gibt es aber auch metaphorische Bilder vom Schwan, von Affen, von menschlichen Zungen im erregten Flirt. Wie beim Chamäleon. Tiere sind jedoch gar nicht das Thema dieser sich ständig selbst verzaubernden Revue. Die ist...
...zeigt in acht Städten – Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln, Krefeld, Münster, Viersen, Wuppertal – die experimentierfreudigen Produktionen der Tanzszene Nordrhein-Westfalens. Die Initiative der Tanzproduzenten-Konferenz mit Stefan Hilterhaus, Bertram Müller und Jürgen Sauerland-Freer wollen Tanzproduktionen in konzentrierter Form präsentieren, was bedeutet, viel...
...und Oliver Proske gründeten 1998 das Berliner Performancekollektiv Nico and the Navigators. Sie gewinnen den diesjährigen, mit 20.000 Euro dotierten «George-Tabori-Preis» des Fonds Darstellende Künste. Das alle Sparten umgreifende Ensemble entstand am Bauhaus Dessau und entwickelte in Berlin seine choreografisch bildstarken Formate zuletzt zu Musik von Franz...
