metamorphosis now

Kassels Tanztheaterdirektor Johannes Wieland legt vor, Hofesh Shechter nach – zusammen bestücken sie einen Abend voller Politeruptionen und -evolutionen

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Zwei schwarz Gewandete schlendern an die Rampe, Akkuschrauber in den Händen. Rrrrrrrrtz, schon ist die erste Bodenhalterung gelöst. Das Publikum strömt derweil hinaus ins Foyer des Kasseler Schauspielhauses, um sich Pausenschmaus und -schmäh hinzugeben. Es verpasst eine Performance, die als solche gar nicht eingeplant ist, und trotzdem das Bindeglied zwischen den beiden Teilen des Tanzabends liefert. Es versäumt den Umbau der Bühne von Johannes Wielands «science! fiction! now!» zu Hofesh Shechters «DOG»: eine Totalverwandlung dank minu-tiös getakteter Choreografie.

Nur sind hier keine Tänzer, sondern Bühnentechniker am Werk: Holzpaneele entfernen, Erdreich wegfegen, Tanzteppich ausrollen, festkleben, schwarze Stoffbahnen legen, Scheinwerfer aufstellen. Das alles geht wortlos vonstatten, gerade so, als wäre es hundertmal geprobt und bis in die kleinste Handreichung fixiert worden. Als sei es fürs Auge eines Zuschauers, eines Supervisors gemacht. Aber niemand schaut hin, obwohl die Umgestalter binnen Minuten genau das vollbringen, was davor und danach von Künstlern verlangt, verhandelt, verkörpert wird: eine Metamorphose.

Johannes Wieland, seit 2006 Direktor des Tanz-Ensembles am ...

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Tanz Januar 2015
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Dorion Weickmann

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