Melanie Lane «Wonderwoman» in Berlin und on Tour
Der Körper ist das bevorzugte Tool der Selbstoptimierung, quasi ein letztes Refugium dessen, was sich noch wirklich nach dem eigenen Willen formen lässt. Der artikuliert sich hier in Muskelmasse-Modulationen und Körper-Modifikationen. Optimierung und Ästhetisierung, Leistung und Stilisierung: Bodybuilding ist eine Körperkunst, die konsequent die Ausformulierung des Körperlichen zelebriert, eine Körper-Darbietung mit theatralen und sportiven Merkmalen.
Was sich auch eindrücklich in Melanie Lanes «Wonderwomen» zeigt, und doch nur ein gewisser Aspekt dieser Inszenierung ist, die mit Rosie Harte und Nathalie Schmidt zwei weibliche professionelle Bodybuilder in Szene setzt, ohne die Frauen vorzuführen und ohne sich auf ihrem ästhetisch ambivalenten und dennoch faszinierenden Körpererscheinungs-Bild auszuruhen.
In «Wonderwomen» geht es um Frauenbilder. Um deren Wahrnehmungen, um gesellschaftliche Zuschreibungen. Wer und was definiert, was «weiblich» und was «weibliche Schönheit» ist? Was schwingt mit, wenn man diese Definitionen konterkariert, die Wahrnehmung hinterfragt, die Zuschreibungen umpolt? Frappierend an «Wonderwomen» ist erst einmal, wie wuchtig und leicht zugleich Harte und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2017
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Steffen Georgi
Stil
Man hat ihn, oder man hat ihn nicht – den eigenen Stil. Auch die Zugehörigkeit zu einer Tanzrichtung zwischen ultraklassisch und urbanmetropolitan wird als «Stil» etikettiert. Aber ist das überhaupt noch zeitgemäß? Fragen wir Katja Schneider, die beim Festival «DANCE» in München ein Stil-Symposium ausrichtet.
Makrobiotik
Anne Teresa De Keersmaeker ist nicht nur...
Sie sind an diesem Abend immerzu ein bisschen in Schieflage, die Tänzer des Dortmunder Balletts. Egal, ob sie als Kampftanzmaschinen von Richard Siegal auf Spitzenschuhen die allerschrägsten Balancen riskieren. Oder als Johan Ingers Hobos und Clowns zu kratzigen Tom-Waits-Balladen durch nächtlich-verrauchte Clubs taumeln. Oder schließlich als merkwürdig aus der...
Saburo Teshigawara lacht, als ich ihn mit meiner Einschätzung konfrontiere, er müsse der mit Abstand meistbeschäftigte Choreograf auf diesem Planeten sein. Drei Premieren hatte er allein im Februar – in Nantes, Martigues und Paris. «Ich arbeite immer an mehreren Stücken gleichzeitig, derzeit an fünf oder sechs.» Dann scherzt er: «Ich könnte jeden Monat ein Stück...
