meiden
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le corsaire
Monsieur Petipa, wie haben Sie das gemacht? Da heute keiner mehr – wie einst François Truffaut Alfred Hitchcock – diese Frage stellen kann, muss sich der zeitgenössische Cho-reograf entscheiden: Rekonstruiere ich aufwendig, empfinde ich nach oder schaffe ich gleich komplett einen Klassiker neu? Gerade bei Marius Petipas «Le Corsaire», der erst spät den Weg in den Westen gefunden hat, ist das eine komplizierte Sache.
Er selbst hat das ursprünglich in Paris 1856 zur Musik von Adolphe Adam herausgekommene Stück nach Lord Byrons orientalisch-prächtiger Vorlage erstmals 1863 in Sankt Petersburg bearbeitet, weitere drei Revisionen folgten.
Heute sind Stück und Partitur ein durch die Ballettgeschichte gegangenes Patchwork, unzählige Choreografen und Komponisten haben ihre Stempel hinterlassen. Eine wirklich gültige Werkfassung gibt es nicht.
Also hat der ehemalige Pariser Opern-Étoile Kader Belarbi bei seinem räumlich wie personell beschränkten Ballet du Capitole in Toulouse einen klaren Schnitt gemacht und das opulent-orientalische Werk neu aufgesetzt. Dirigent David Coleman hat die Adam-Partitur geschickt verschlankt und teilweise frisch orchestriert, außerdem ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: medien, Seite 86
von
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