meg stuart
Meg Stuart, seit 2006 in Berlin lebend und unlängst 50 geworden, arbeitet ihr halbes Leben lang an einem Werk, das sich als fortgesetzte Grenzüberschreitung begreift. Protagonisten sind meist die Hypersensiblen, die Versehrten, möglicherweise zersplitterte und jeweils neu zusammengesetzte Spiegelbilder ihrer selbst. Geboren wurde Meg Stuart in New Orleans, ihre Eltern inszenierten an einem Repertoire-Theater die Stücke ihrer Zeit, etwa Tennessee Williams‘ Psychogramme des Bürgertums, jedenfalls Dramen voller Untergeher mit Alkoholproblemen.
Sie selbst könnte nie nach fixen Vorlagen arbeiten, malmt sie bei unserem Treffen in ihrem Südstaaten-Singsang – zu wenig Freiräume für die Fantasie. Ihre internationale Karriere startete sie 1991 mit «Disfigure Study», drei Jahre später gründete sie in Brüssel die Kompanie «Damaged Goods», mit der sie seither über 30 Stücke realisiert hat. Gerade wurde «Until Our Hearts Stop» an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt: und gefeiert. So viel gelacht hat man bei Meg Stuart selten.
Meg Stuart, wie finden Sie Ihre Stücktitel? Bei Titeln wie «Insert Skin #1» oder «Highway 101» hat jeder Assoziationen, aber keinerlei Vorstellung vom Stück. Es macht ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Eva-Elisabeth Fischer
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Im Koordinatensystem des choreografischen Kulturbetriebs sind die Rollen klar verteilt. Kritiker verreißen Tanz, Essayisten beflügeln ihn. Und Choreografen wie Interpreten machen ihn. Eigentlich. Es gibt indes Ausnahmen wie Adam Linder. Denn einer wie der Berliner aus den USA ist in diesem Modell nicht vorgesehen. Der nämlich schnappt sich Versatzstücke aus...
Arkadi Zaides ist in Deutschland kein Unbekannter. Mit seinem Stück «Archive» war er im Mai bei den Potsdamer Tanztagen zu Gast, derzeit reist er damit durch halb Europa. Bei Israels rechten Aktivisten und Politikern hat «Archive» bereits 2014 für mächtig Wirbel gesorgt. Aber Zaides ist nicht allein. Für Künstler generell ist die Lage in Israel alles andere als...
