Maskenspiel
Medusa, einst die schönste der Gorgonen, schließlich verflucht von Athene, muss Schlangen als Haartracht tragen und jeden, den sie erblickt, unwillkürlich in Stein verwandeln. Der Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui bereitet den mythologischen Stoff für ein zeitgenössisches Ballettpublikum auf und untelegt ihn mit (von Olga Wociechowska elektronisch erweiterten) Klängen des Barockkomponisten Henry Purcell.
Schöne Musik, die allerdings nicht so ganz zu Cherkaouis Grand-Guignol-Theater passen will, das in schlichter, geschmackvoller Ausstattung das Innere eines griechischen Tempels markiert, dessen lineare Architektur von der magischen Lichtregie Adam Silvermans wirkungsvoll herausmodelliert wird. Die weiblichen Figuren, mit langen Schals ausgestattet, tragen elegante Couture in gedeckten Creme-, Bronze-, Grau- und Rosa-Tönen, entworfen von Olivia Pomp.
Lineare Formensprache
Im Zentrum steht Natalia Osipova, im Arm zunächst eine große Metallschale als Signum ihrer heiligen Tempeldienste; hinter ihr, omnipräsent auf einem Podium, Olivia Crowley als von weiteren fünf Priesterinnen flankierte Athene: Die klare lineare und kreisförmige Formensprache von Cherkaouis Choreografie suggeriert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Mike Dixon
Deutschland
Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen. An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-228 49
www.ballett-badsoden.de
Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k,...
CD des Monats: Tangos for Yvar
Das war ein Konzert, wie es zuvor noch keines gab: 88 Tangos aus 30 Ländern wurden am 14. April 1985 beim «North American New Music Festival» uraufgeführt – und zwar auf Grund einer Initiative von Yvar-Emilian Mikhashoff. Der war nicht nur einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Klaviermusik, sondern ein überaus aktiver...
Bloß kein Handlungsballett. Luca Veggetti choreografiert zwar zu Arnold Schönbergs sinfonischer Dichtung «Pelleas und Melisande», die auf Maurice Maeterlincks symbolistischem Schauspiel basiert. Selbst den Titel «Am Ende unser Schatten» entnimmt er der dramatischen Vorlage, aber die handlungstragende Dreiecksbeziehung ist in die Abstraktion verschoben....
