Martin Schläpfer
«Grauenvoll, schrecklich, un-er-träg-lich!» Empört verlässt die Zuschauerin das Opernhaus in Düsseldorf. Einen Studenten, der ihr einen Werbeflyer für ein Konzert entgegenstreckt, blafft sie an: «Hoffentlich muss man da nicht so schreckliche Musik hören wie hier. Mir tun jetzt noch die Ohren weh.» An der U-Bahn-Haltestelle trifft sie auf eine andere Opernbesucherin. «Diese hässlichen Bewegungen. Und das ist so gewollt!», echauffiert sie sich weiter. Ihre Gesprächspartnerin hört sich die Tiraden an. Dann sagt sie ganz ruhig: «Aber dieses Ballett hat doch was.
» Die Damen haben Tanz zur Samuel-Beckett-Oper «Neither» von Morton Feldman gesehen. Der Choreograf, der derart polarisiert, heißt Martin Schläpfer.
Der Schweizer trat in der vergangenen Spielzeit seinen neuen Job als Ballettdirektor und Chefchoreograf der Deutschen Oper am Rhein mit dem Anspruch an, Tanzkunst für das 21. Jahrhundert zu schaffen. Dass er auf seinem Weg dorthin nicht gleich das ganze Düsseldorfer Publikum würde mitnehmen können, war abzusehen. Seine Kunst ist tief empfunden, aber nicht unbedingt populär. Schläpfers abstrakter, allenfalls episodenhaft gehaltener Tanz ist reduziert, konzentriert und so ...
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Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, und so mündete auch Livia Patrizis Karriereknick in einen sagenhaften Neustart. 1996 saß die Tänzerin und zweifache Mutter in Weimar fest, während das Ensemble, dem sie bis dato angehörte, gen Basel weiterzog. Die Frage, «wie Menschen teilhaben an Kunst und Gesellschaft», hatte die Neapolitanerin «mit der Muttermilch aufgesogen»....
Wie macht sie das alles? Sabrina Sadowska ist nicht bloß Ballettmeisterin, Probenleiterin, Choreologin und, wenn Not am Mann ist, auch noch Choreografin der Opern-, Operetten- oder Musicaleinlagen. Nicht zu vergessen: stellvertretende Direktorin, und als solche mitverantwortlich für ein Management, das am Ballett Vorpommern alles andere als einfach ist. Schließlich...
Hoffnungsträger gibt es in allen Generationen, und es macht immer Mut, wenn Künstler nicht bei einmal gefundenen Methoden oder Ästhetiken hängen bleiben. Im Zuge des allgemeinen Sparwahns drohen aber die Förderungen für junge Choreografen als Erste wegzubrechen, zumal wenn diese kontroverse Arbeiten produzieren. Wie zum Beispiel die 26-jährige in Wien lebende und...
