Mark Morris: «Romeo & Juliet»
Mark Morris’ neues Ballett «Romeo & Juliet» – Untertitel «On Motifs of Shakes-peare» – folgt dem Szenario von Sergey Radlov, der es für Prokofiev schrieb. Es ist eine Version mit Happy End, also nicht die von Shakespeare. Bislang blieb unchoreografiert, was der Musikologe Simon Morrison nun aus der Originalversion restaurierte. Leon Botstein dirigierte die Musikfunde zur Uraufführung vor dem American Symphony Orchestra in New York – effektvoll.
Aber es ist schwer, daraus ein neues «Romeo & Juliet» zu schaffen.
Es ist auch schwer, etwas zu kritisieren, das man nur mit ähnlichen Produktionen vergleichen kann. Die meisten Choreografen trennen die sich hier bekämpfenden Familien, die Montagues und Capulets, einfach farblich voneinander. Morris setzt dagegen auf bestimmte Gesten, die immer wieder die andere Seite verhöhnen (da hat man als Uneingeweihte ziemlich Mühe, die je unterschiedliche Gestensprache genau zuzuordnen). Gewöhnlich treibt und wogt das Volk, hebt Kelche und winkt.
Morris lässt sie auch an Brettspiele ran, ihre Muskeln zeigen und flirten. Dieser sofort etwas übervolle Bewegungsrhythmus folgt aber einer guten Logik. Denn Morris kombiniert konsequent Prosaisches mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Zukunft war für Igor Strawinsky kein heiß erstrebtes Ziel. Er lebte in der Gegenwart. Gisela Rochas neues Stück, uraufgeführt im neuen Programm von Introdans, «Strawinski Swingt» (mit van Manens klassischen «Ballettszenen» und Nils Christes «Symphony in Three Movements») veranschaulicht diese Verbundenheit des Komponisten mit seinem Heute und zeigt, wie sehr...
Mit diesem Stück startete Johannes Öhman in seine neue Position als Intendant des Göteborgs Operans Balett. «Boléro», das berühmte Werk von Maurice Ravel, lässt er von gleich drei Choreografen umkreisen. Es beginnt mit «Episode 17»: Alexander Ekman macht mit Witz, Intelligenz und einer Prise Ironie da weiter, wo er mit «Okänd Art» (Unbekannte Spezies) 2006 für das...
Kader Attou zählt zu den reifsten und innovativsten Choreografen Frankreichs. Mit seiner neusten Kreation «Petites histoires.com» gewann er in Périgueux den Preis der Kritik bei Mimos, Europas größtem Festival für Körpertheater. Dabei war es das erste Mal überhaupt, dass die HipHop-Szene hier unter den Mimen ihr Talent zeigen durfte. Seit September ist Attou auch...
