Mannheim: Kevin O’Day «Alpha – Omega»
Kitsch? Das könnte denken, wer Kevin O’Days Ensemble am Mannheimer Nationaltheater zum ersten Mal in «Alpha – Omega» tanzen sieht. Ein Kinderchor begrüßt die Zuschauer mit jenseitig schönem Gesang; aufgereiht an einem Becken, das Saal und Bühne trennt, wirken die 32 jungen Sänger im Spiegel des Wassers tatsächlich fern wie Engel. Hinter ihnen heben sich Tänzer empor, um aus einer langen Röhre Sterne zu angeln, die sie im Raum verteilen. Ihre Kleider waren wohl einmal von unschuldigem Weiß. Jetzt sehen alle aus wie Bräute, die lange unterwegs waren und zu viel Staub schluckten.
2002 übernahm der Amerikaner Kevin O’Day das Ballett am Nationaltheater. Nachdem 14 Spielzeiten später sein Vertrag nicht verlängert wurde, startet er nun in seine letzte Saison und zeigt mit «Alpha – Omega» die letzte Produktion als Mannheimer Tanz-Intendant. Und die ist dramaturgisch klug konzipiert und von der Offenheit, mit der O’Day von Beginn an die Neugierde seines Publikums zu wecken wusste.
Viele Mannheimer Künstler konnte er im Lauf der Jahre für die Zusammenarbeit mit dem Ballett gewinnen; für «Alpha – Omega» erstmals den Fotografen Peter Schlör. Auch der Kinderchor des Nationaltheaters gibt hier ...
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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Andrea Kachelrieß
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