Magdeburg: Gonzalo Galguera «Diva»

Tanz - Logo

Gonzalo Galguera glaubt an die Bedeutung von Diven, auch an ihren glamourösen Lifestyle in einer global uniformierten Welt. Mit seiner für klassische Handlungsballette hervorragend aufgestellten Truppe verführt er das hingerissene Magdeburger Pub-likum in acht Szenen, die von zwei raunenden Zwischenspielen unterbrochen werden, zum Nachdenken über das Leben einer Diva.

Es ist keine bestimmte der legendären Damen gemeint, selbst wenn Anastasia Gavrilenkova, die mit Leah Allen als körperliche Sehnsuchtsfläche alterniert, auf einem lasziv roten Lippensofa wie Marlene Dietrich zwischen männlichen Verehrern posiert.

Das Symbol auf dem Portalschleier sagt fast alles: In der Regenbogenhaut eines menschlichen Auges rotieren Räderwerke als Zeichen für Verlangen und Projektion – für die Maschinerie, die Diven produziert, die Aufstieg, Zenit, Fall und Vergessen steuert. Galgueras Choreografie ist vor allem Gruppenbild mit Dame und einigen prägnanten Accessoires, ohne Lieben und Leiden. Stille Tableaus wechseln ab mit klar gefassten Ensembleszenen.

Viel Glanz, kein Elend: Nie überschreitet die Choreografie ihre mit diffuser Aura selbstgesetzten Grenzen. Das liegt am dunkel-sehnigen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2018
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Roland H. Dippel

Weitere Beiträge
Ekstase

Anne Vieth, Sie leiten das Kunstmuseum Stuttgart, haben die «Ekstase»-Ausstellung kuratiert und greifen damit ein Phänomen auf, das unser rationales Zeitalter einerseits fürchtet, andererseits ersehnt – Stichworte: Drogen, Rausch, Kontrollverlust. Wie kam es auf Ihre Agenda? 

Anne Vieth: Es gab schon 2005 eine Ausstellung mit dem Titel «Ecstasy»- im Museum of...

Climax

Mit «Climax» von Regisseur Gaspar Noé kommt der Exzess quasi auf Bestellung. Noé ist berühmt-berüchtigt für die Inszenierung von Gewalt und nicht zuletzt für eine kaum auszuhaltende Vergewaltigungsszene in «Irreversibel». In «Climax» folgt er zwar erneut seinen Lieblingsthemen Sex, Gewalt und Drogen, ordnet sie aber einer anderen Faszination unter: der für tanzende...

#Mensch: Partizipationsprojekt des hessischen Staatsballetts

Liebe. Krieg. Umweltkatastrophe und grüne Wälder – ganz unterschiedliche Zukunftsbilder tragen die 81 Tänzer in sich, die sich bis Juni 2019 bei «#Mensch» engagieren, dem neuen Partizipations-Projekt des Hessischen Staatsballetts. So lange gehen sie gemeinsam mit Ballettdirektor Tim Plegge und den Tanzpädagoginnen Sibylle Magel und Nira Priore Nouak- -der Frage...