luzern: oliver dähler, caroline finn «glenn gould – take 1», «sleeping trout»
Es war eine Art «herbstlicher Frieden», den Glenn Gould Zeit seines Lebens in seinen Einspielungen suchte, eine Art Vollkommenheit, deren Vorhof er in der Abgeschirmtheit des Tonstudios fand. Die Stimme vom Tonband, die dem choreographer in residence Oliver Dähler in seinem Stück «Glenn Gould – Take 1» als Auftakt dient, alterniert mit der Aria aus Johann Sebastian Bachs «Goldberg-Variationen», deren erste Noten hier verzögert und wiederholt, wie suchend wiedergegeben werden im Untergeschoss des Stadthauses, der zweiten Spielstätte des Luzerner Theaters.
Gould ist hier sofort und vollkommen anwesend. Nur hängt an der Wand das Bild einer Tastatur, ein Plattenspieler steht im Lichtkegel so da, als ob der Ton ihm zu verdanken wäre. Auch die fünf Tänzer vom Ensemble des Luzerner Theaters, in Hose, Hemd, Strickweste, Mantel, tun zu viel des Guten. Zwar unterstreicht ihr weit ausgreifendes, flüssiges Tanzen Goulds Anschlag, und auch die Stühle, die sie umwerben, tanzen mit. Der Raum aber ist so lang, so schmal und so tief, dass man hier kaum Tanz sehen möchte, würde die Begrenztheit nicht zum Rahmen, der auch Zusammenhalt erzeugt.
Der zweite Teil spielt genau mit diesem Gefühl vom ...
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Tanz April 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Anna Hohler
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