Louise Lecavalier: «Battleground» in Paris
«To get away from myself», erklärt Louise Lecavalier auf die Frage nach der mützenhaften Kapuze in «Battleground», das Premiere im tanzhaus nrw in Düsseldorf feierte. Seit Jahren, sagt die Tänzerin und Choreografin, verkörpere sie gern Rollen beim Tanzen – «characters». Um von sich selbst abzurücken. So war es im wunderbaren «I Is Memory», das sie unter Zipfelkapuze mit cartoonhaftem Rucken und Drücken an der Seite von Benoît Lachambre getanzt hat. In «So Blue», ihrem ersten eigenen abendfüllenden Stück, war die Rolle ihr dagegen eher nah.
Nach Blau ist die Farbe, die mit den Lichtfenstern, -zinnen und -linien von Alain Lortie dieses Mal ins Spiel kommt, Rot. Der Kampf um die Persönlichkeit ist geblieben – auf der Bühne, dem Battleground: ganz in etwas aufgehen zu wollen, das man nicht selber ist. Oder um gerade da-rin man selbst zu sein?
Vom hellen Umfeld hebt sich die schwarz Gekleidete ab. Wie ein strenger Bleistift oder als dürfe sie nicht viel Boden berühren, überkreuzt sie eng die Beine, wibbelt und hibbelt auf halber Spitze, den Blick frontal zum Publikum gerichtet. Das Wesen vibriert von den Fersen aus, legt sich eine Hand auf den Scheitel oder stellt sie auf wie einen ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Melanie Suchy
Nein, sie empfiehlt sich nicht auf Französisch. Am Ende des Ballettabends stimmt Édith Piaf aus dem Off ein «Heaven Have Merci» an, bevor sich Vasiliki Roussi von der Bühne verabschiedet – «die Sängerin, die öffentliche Person» (wie es im Programmheft im Gegensatz zur «Tänzerin» heißt). Die Augen aufgerissen, das Gesicht bleich, der Mund grotesk verschmiert wie von...
lexikon: tanz – und mehr
Etwa auf der Hälfte der 700-seitigen Lesestrecke finden sich folgende Einträge: «Mahler, Gustav», «Maloya», «Manen, Hans van», «Maori». Da reihen sich also, alphabetisch geordnet, der Komponist, das Sklaven-Klagelied, der Choreograf und die indigene Bevölkerung Neuseelands hintereinander. Als jeweils Sachverständige treten auf den Plan: der...
Bereits seit 2002 ist der an der Musikhochschule Köln ausgebildete Tarek Assam Ballettdirektor am Stadttheater Gießen, er hält dem kleinen Dreisparten-Haus die Treue – und umgekehrt. Er hat ein Festival, «TanzArt ostwest», etabliert und produziert unverdrossen und zuverlässig mit nur 13 Tänzerinnen und Tänzern. Im Großen Haus steht ihm in der Regel das Orchester...
