Künftig Freelance: Igone de Jongh
Über 20 Jahre lang war sie die große Identifikationsfigur beim Niederländischen Nationalballet – das, was Darcey Bussell für England oder Roberto Bolle für Italien bedeuten. Igone de Jongh, Erste Solistin bei Het Nationale Ballet in Amsterdam und eben im September 40 Jahre alt geworden, verlässt im Herbst mit mehreren Abschiedsvorstellungen die Kompanie, bei der sie ihr ganzes Tänzerinnenleben verbracht hat, um fortan freischaffend zu arbeiten – weniger Klassik, mehr Tanztheater und Fernsehen.
In ihrem großen Repertoire von den Klassikern bis zur Moderne nimmt Hans van Manen eine besondere Stellung ein.
Als ideale Interpretin seines Stils war sie seine jüngste und vielleicht letzte Muse: eine selbstbewusste, schöne Frau, kühl und sinnlich zugleich, intelligent und eine Spur ironisch. Dekoriert mit sämtlichen Tanzpreisen der Niederlande, arbeitet de Jongh auch bereits als Pädagogin und Coach für van Manens Werke. Im Herbst tritt sie als «Tänzerin von Auschwitz» in einem Theaterstück (nach dem gleichnamigen Buch von Paul Glaser) in Amsterdam auf: Eine zweite, lange Karriere im Stil einer Sabine Kupferberg ist ihr und ihrem Publikum zu wünschen.
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Side Step, Seite 16
von Angela Reinhardt
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