king of drama
Großes Drama in Bühnenchoreografie zu übersetzen, ist kein Kinderspiel. Das gewaltige Œuvre Shakespeares verweigert sich gründlich jeder vordergründigen Transposi-tion in Ballette oder Tanzstücke. Der 400. Todestag des Mannes, dem der Ehrentitel «Swan of Avon» zuteil wurde, jährt sich am 23. April und lädt dazu ein, das Verhältnis zwischen den Werken des weltberühmten Dichters und dem Tanz zu befragen – jener stummen Kunstform, die den Kern von Shakespeares dichterischer Größe zu ignorieren scheint: das virtuose Sprachspiel.
Stumme Kunst meets Sprachgewalt
Shakespeare hat der englischen Sprache mehr Wortneuschöpfungen beschert als jede andere historische Person. Häufig hören oder verwenden wir Redewendungen im Alltag, ohne uns bewusst zu sein, dass sie seiner Formulierungsfantasie entsprangen. Sprachhis-torisch betrachtet, schrieb Shakespeare zu einer Zeit, als sich das Mittelenglisch Chaucers bereits weitestgehend zum modernen Englisch unserer Epoche entwickelt hatte – einer Sprache, die sich, von der Blütezeit der englischen Seeherrschaft begünstigt, bereitwillig auch fremde Vokabeln aus anderen Kulturkreisen anverwandelte. Fraglos ist es einigen herausragenden Choreografen ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Mike Dixon
Bereits seit 2002 ist der an der Musikhochschule Köln ausgebildete Tarek Assam Ballettdirektor am Stadttheater Gießen, er hält dem kleinen Dreisparten-Haus die Treue – und umgekehrt. Er hat ein Festival, «TanzArt ostwest», etabliert und produziert unverdrossen und zuverlässig mit nur 13 Tänzerinnen und Tänzern. Im Großen Haus steht ihm in der Regel das Orchester...
glasgow: swan lake
Nichts weniger als einen neuen «Schwanensee» für eine neue Generation verspricht David Dawson. Wer seine «Giselle» kennt, die der derzeitige Associate Artist des Holländischen Nationalballetts vor sechs Jahren in Dresden vorgestellt hat, ahnt womöglich, wie der «Swan Lake» für das Scottish Ballet aussehen könnte: klassisch grundiert, ohne jedes...
Mit Bachs sanfter Aria aus den «Goldberg-Variationen» beginnt der Abend, und mit dieser Aria, da capo al fine, geht er zu Ende. Von Bachs dreißig Variationen aus dem Jahr 1741 ließ sich Uri Caine inspirieren, der 1956 geborene amerikanische Komponist, der 2000 seine «Goldberg Variations» einspielte. Für die Komposition nutzte er unterschiedliche Musik- und vor...
