kiel: Yaroslav Ivanenko: «Der Nussknacker»
Nicht bloß die Uhr auf der Hinterwand spielt verrückt. Auch sonst läuft hier einiges quer. Obwohl das in Kiel ausgerechnet in einem Klassenzimmer passiert, dürfen auch mal Fünfe gerade sein. So ist etwa die Bühne von Oliver Helf von einer ausnehmenden Hässlichkeit, das Gestühl entlehnt aus irgendeiner Schule der Umgebung – und die Kostüme entwarf Anna Ipatieva so biedermeierlich-brillant, dass man damit anno 1892 die Uraufführung hätte bestens bestücken können.
Warum die Kleider und Hüte dabei so sommerlich licht und leicht daherkommen, wo doch im Hintergrund ein mickriger Weihnachtsbaum auf eher winterliche Temperaturen schließen lässt, mag erklären, wer will. Wahrscheinlich war Yaroslav Ivanenko zu sehr mit der Choreografie dieses «Nussknackers» beschäftigt, um darauf zu achten.
Seine Version verortet sich im Heute, und da der neue Ballettdirektor E. T. A. Hoffmanns Erzählung «Das Märchen von der harten Nuss» einbezieht, hat er reichlich damit zu tun, die Handlungsstränge zu entwirren. Das klappt nicht durchweg, aber dank einer eifrig benutzten Hebe- und Drehbühne schafft er seiner Choreografie immer wieder Raum, sich zu entfalten. Obwohl klassisch grundiert und oft voller ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Hartmut Regitz
Erich Walter, Roberth North, Tom Schilling, Pavel Šmok taten es. Roland Petit tat es. Sie und viele weitere Choreografen konfrontierten einen Menschen, wie es Tradition auch in der bildenden Kunst ist, ein Mädchen, mit dem Tod. Der kommt nicht als ein Lebensentreißer, sondern als einer, der sanft in tröstliche Gefilde überführt.
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