Jörg Mannes: "Molière"
Barocker Paukenschlag verkündete den Start von Jörg Mannes und dem neuen Ballett-Ensemble an der Staatsoper Hannover. Wer bei «Molière» auf ein aufwändiges historisches Bilderspektakel hoffte, sah sich aber getäuscht. Der Komödienkönig tanzt in einem opaken Kunststoff-Ambiente, in der Lars Peter die Barockbühne mit Drehprismen zitiert. Auch die Kostüme in raffinierter Farbpallette von flieder bis lachsrot hat Lenka Radecky-Kupfer transparent auf originale Schnittlinien reduziert. Auf der Folie von Molières Wirken am Hof Ludwigs XIV.
, der Gründungszeit des klassischen Balletts, reflektiert der österreichische Choreograf nicht ohne Selbstironie über die eigene Situation am Beginn mit seiner 28-köpfigen Gruppe. Im opulenten, sich in kühler Schönheit entfaltenden Bilderbogen beschäftigen Mannes also weniger Molières Lebensstationen als die Konstellationen in einem Theatermacherteam und die allgemeinere Problematik eines (Tanz-)Künstlers im Widerstreit von Tradition und Moderne, im Spannungsfeld von eigener Standortsuche und Publikumserwartung, von persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten.
Klug wählte Mannes ein Sujet, das für den Zuschauer den abrupten Wechsel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Schicksal des Winzermädchens, das sich erstmals vor 165 Jahren aus unglücklicher Liebe zu Tode tanzte, bewegt in dieser Spielzeit in Düsseldorf-Duisburg Ballettchef Youri Vàmos (Premiere: 2. Februar), Marguerite Donlons irisches Tinkermädchen tourt, und im Kölner Schauspielhaus schickt jetzt Amanda Miller esoterische Wesen durch einen Zen-Garten unter dem Titel...
Ja, es gibt eine Wiederkehr des Schönen. Des Glaubens. Des Religiösen. Die etablierten Kirchen schlagen Alarm. Jugendliche gründen ihre eigenen Gemeinden, in denen sie mit Musik und Tanz die Liebe finden wollen, die ihnen die Gesellschaft versagt. Pop-Ikonen wie Cat Stevens verkünden einen Islam, der mit dem Islam der Medien nichts zu tun haben soll. Vor dreißig...
Das Forum Neues Musiktheater im Römerkastell Stuttgart soll geopfert werden für den Erwerb von Handschriften der Markgrafen von Baden. Die von Andreas Breitscheid und Klaus Zehelein initiierte Hightech-Spielstätte hält auch der neue Intendant Albrecht Puhlmann für unverzichtbar. Zuletzt hat der Deutsche Komponistenverband seinen Protest bekundet. Auch der Tanz ist...
