Jenseits

Ballerinen ballern. Über die Fotografen Schilte & Portielje

Tanz - Logo

Die beiden holländischen Fotografen Huub Schilte und Jacqueline Portielje trafen sich zum ersten Mal 1975. Irgendwann beschlossen die beiden, «ohne vorgefassten Plan zu arbeiten». Der gelernte Architekt und die studierte Künstlerin firmierten 22 Jahre nach ihrem Kennenlernen erstmals als Schilte & Portielje. Seitdem kennt man sie in der Kunstwelt. Mit der Zeit wuchs «eine digitalisierte Bilddatenbank, die wir über Jahre sorgfältig aufgebaut haben». Aus ihr entnehmen sie Werke «ohne Titel» und komponieren sie so, dass lauter schwarzweiße Tänzer entstehen.

Da ist dieser kleine Junge in Stechschritt-Pose, dem die Kleider und die Schaffnermütze am Körper herumtanzen. Oder die beiden ballerinen, auf die man ballern kann – was offenkundig schon jemand vor uns getan hat. «Unabhängig voneinander wählen wir die einzelnen Fragmente und untersuchen, jeder für sich, inwieweit es die gewählten Bilder erlauben, zu einem Konzept für eine neue Arbeit zu werden.» Ein Konzept, das so bestechend ist, weil es sowohl die Gedanken wie die Figuren tanzen lässt. Noch bis zum 31. Okt. in der Kölner galerie-binz-kraemer.de
 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2008
Rubrik: Jenseits, Seite 74
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rasta Thomas

Rasta Thomas, der sanfte Ballett-Rebell, wurde 1981 in San Francisco gebo­ren, wuchs in Saudi-Arabien auf, wurde in Washington ausgebildet, wo er mit 13 Jahren als Jüngster den Paris International Ballett Competition gewann. Mit seiner Gruppe Amazing Boys of Dance präsentierte er soeben im Hamburger St. Pauli-Theater die Premiere seiner Tanz-Show «Rock The Ballet».

...
Forsythe, Gates, Tippet: «With/Out Tutu»

Wenn klassisches Ballett, dann aber mit Tutu! Auch ein William Forsythe will auf das traditionelle Tanzkostüm nicht verzichten. Doch in «The Vertiginous Thrill of Exactitude» hat Stephen Galloway den Tellerrock auf seine eigentliche Struktur geschrumpft: keine einzige Schicht aus Tüll, verklärend übereinandergelegt – stattdessen ein mit grünem Samt überzogener...

Meg Stuart

Wenn nicht gerade Ausnahmezustand herrscht und die Flut droht, wird man in Meg Stuarts Geburtsstadt mit Jazz und dem Geruch frisch gekochter Garnelen empfangen. Bei Sonnenuntergang: Dixie und französische Sprache. In der Nacht: Freizügigkeit und strenger Katholizismus. Mittendrin in New Orleans wohnen die Unsichtbaren, die Geister der Verstorbenen. Sensible...