Jean Sarelli

gestorben

Tanz - Logo

Ein Ballettschicksal: Absolvent der Ballettschule der Pariser Opéra, tritt Jean Sarelli in das Corps de ballet ein und schafft es bis zum Sujet. Ende der 1960er wird er Probenleiter und betreut mit großem Kunstverständnis am Palais Garnier die Ballettreprisen von Serge Lifar («Suite en blanc», «Les Mirages») und Harald Lander («Études»). 1978 verlässt er die Pariser Opéra, um als Nachfolger von Peter van Dyk die Leitung des Ballet du Rhin zu übernehmen.

Dort bleibt er bis 1989, macht sich für ein Repertoire von «Giselle» bis zum «Boléro» von Béjart stark – lädt Gäste wie Germinal Casado oder Felix Blaska  ein, choreografiert (wie bei «Destins») gelegentlich auch selbst, entwirft dazu das Bühnenbild und Kos­tüm, stets darauf bedacht, Interpreten von Rang wie Sabine Sallé, Richard Duquesnoy oder Jean-Paul Gravier optimal herauszustellen. Pädagoge, der er eigentlich ist, gründet er im Rahmen des Ballet du Rhin schließlich eine Schule. Zurückgezogen lebt er seit den 1990ern an der Côte d'Azur, wo er – wie jetzt bekannt – am 27. April, 74-jährig, gestorben ist.

 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 24
von Josseline Le Bourhis

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bach vom Rad geholt

Zu den «Goldberg Variationen» nicht tanzen. Und das nackt, wie im ­Paradies. «Frans ­Poelstra, his Dramaturg and Bach» beginnt mit dem Blick auf einen CD-Spieler, eine Bach-Büste und Räucherstäbchen. Auf dem Mikrofonständer reitend erklärt Poelstra, dass er so seinen Körper «noch weiter ausdehnen» kann und daher «Bachs Musik noch besser huldigen.»

Robert Steijn,...

moZART

Nahezu zehn Jahre soll Mozart in seinem kurzen Leben auf Reisen gewesen sein. Und manchmal, so scheint es, war der sichere Transport von Partituren wichtiger als der Komfort der Reisenden. Wen zu dieser Zeit das Fernweh packte, der ­wusste, dass man ohne durchgeschüttelte Knochen und Achsenbrüche nichts von der Welt zu sehen bekam. Die Dynamik des Reisens, der...

Déjà Donné: «My Name is King»

In Padua ist im August ein ganz besonderes Bauwerk errichtet worden. Die Einheimischen nennen es ihre «Berliner Mauer» – eine übermannshohe Metallkonstruktion rund um das von Immigranten bewohnte Via Anelli Wohnprojekt. Alle fühlen sich jetzt sicherer voreinander. Drinnen: Drogen, Armut, Berge von stinkendem Abfall. Draußen sauberer Rassismus, gepflegter Konsum,...