Jan Fabre
Obwohl Belgien ein kleines Land ist, kann man es nachts sogar aus dem Weltraum erkennen: Die Autobahnen sind beleuchtet, das gibt es sonst nirgends auf der Welt. Zu den Eigenheiten des dicht besiedelten Elf-Millionen-Einwohner-Staats zählt vor allem auch die extrem disparate Bevölkerungsstruktur. Im nördlichen Teil, Flandern, wird flämisch gesprochen; im südlichen Teil, Wallonien, französisch; dazu kommt, im Osten, noch ein kleines deutschsprachiges Gebiet.
Das Land ist in drei Regionen sowie drei Gemeinschaften gegliedert, die jeweils über eigene Parlamente verfügen; die verschiedenen Sprachgruppen leben weniger miteinander als nebeneinander her. Zum Beispiel ist in Belgien – außer in der Hauptstadt Brüssel, die einen Sonderstatus hat – nichts mehrsprachig angeschrieben, sondern entweder auf Flämisch oder auf Französisch. Im Grunde verhält es sich so, dass Flamen und Wallonen nur den Pass, den Premierminister und den König gemeinsam haben.
Eine Hommage an Belgien, aber durchaus kritisch
«Belgien ist ein absurdes, surrealistisches Monty-Python-Land», sagt der belgische Allroundkünstler Jan Fabre über seine Heimat, zu deren berühmtesten Söhnen er zählt. «Wir sind das Cockpit und ...
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Tanz Juli 2017
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Wolfgang Kralicek
Es wird nie mehr auf Reisen gehen, Madrid nie mehr verlassen. Kein Jubiläum, kein noch so verlockendes Angebot kann die Kuratoren des Prado dazu bringen, Hieronymus Boschs monumentalen «Garten der Lüste» außer Haus zu geben. Zu wertvoll, zu einzigartig und in der Substanz zu fragil ist das Triptychon, das trotz sakraler Anmutung doch nie einen Altar zierte....
Amsterdam
Julidans
Warum tanzt der Mensch? «Weil ich den Worten nicht traue», sagt Kaori Ito, die ihren Vater zehn Jahre lang nicht gesehen hat. Die stumme Wiederbegegnung mit Hiroshi Ito, dem berühmten Maler aus Tokio, dürfte auf diesem Sommerfestival des zeitgenössischen Tanzes ebenso berühren wie diese Antwort: «Der Mensch tanzt, weil er dann keine Angst mehr...
Wim Vandekeybus entwirft in seinem neuen Stück «Mockumentary of a Contemporary Saviour» eine babylonische Dystopie. Weil hier bewusst nichts übersetzt wird, entsteht tatsächlich der Eindruck eines Sprachengewirrs. Alle sieben Darsteller nämlich sagen Berge von Text auf, in ihrer Muttersprache. Sie werden mit ihren privaten Klarnamen angesprochen und bilden einzeln...
