Jacopo Godani über Forsythe
Das Erste, was ich begriff, als ich mit William Forsythe zu arbeiten begann, war: Das, was alle als Tanzstil bezeichneten, war eigentlich eine philosophische Strömung. Unter Forsythes Leitung und umgeben von den sagenhaften Künstlerpersönlichkeiten am Ballett Frankfurt hatte ich das Privileg, lernen zu dürfen, «wie man wirklich lernt», wenn es um Themen wie «Leben» oder «Kreativität» geht.
Ich habe mich immer gefragt, welche Elemente es sind, die in einem von linearen Strukturprinzipien beherrschten System jenen katalytischen Prozess auslösen, der ein solches Genie hervorzubringen vermag – unbehelligt von allen Grenzen und methodischen Beschränkungen und imstande, frei, spontan und alternativ zu denken. Einen Menschen, der über die Inhalte seines eigenen Verstandes nachdenkt anstatt über die Elemente in seiner äußeren Umgebung.
Ich bin unendlich dankbar, dass ich an der Seite von William Forsythe einen derart exemplarischen alternativen Lifestyle kennenlernen durfte. Es waren großartige Jahre, die mich zu dem Menschen und Künstler gemacht haben, der ich heute bin.
Jacopo Godani, Tänzer bei Forsythe von 1991 bis 2000, leitet heute die Dresden Frankfurt Dance Company
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2019
Rubrik: Menschen, Seite 25
von
Charmaine Seet hat für ihre Schüler Lego-Installationen ikonischer Choreografien geschaffen, um ihnen die Meister und ihre Arbeiten vorzustellen. Begeistert waren nicht nur die Kinder in Sydney. Von der Profession selbst, von Tänzern und Choreografen weltweit gab es Beifall für die Idee, etwas «so Allgegenwärtiges wie -Lego zu verwenden, um eine sehr spezielle...
Eine spontane Zusammenkunft von Musikern und Tänzern, typischerweise in einem Pub: Das meint man traditionell in Irland, wenn von einer «Session» die Rede ist. Geprobt ist da gar nichts; wer die jeweilige Melodie kennt, musiziert oder tanzt mit, wer sie nicht kennt, klinkt sich so lange aus. Mit ihrer Titelwahl spielen die Tänzer-Choreografen Colin Dunne und Sidi...
Body Performance
Ende der 1970er-Jahre ließ Robert Longo etliche Männer auf dem Dach seines Lofts an der Manhattan Bridge in wilden Tänzen wie im Kugelhagel sterben. Die berühmte Fotosequenz «Men in the Cities» setzt auf Zitate aus amerikanischen Western, Kriegs- und Gangsterfilmen, inspiriert durch ein Filmstill aus Rainer Werner Fassbinders «Der amerikanische...
