Isadora Duncan – gezeichnet

Isadora Duncan, skizziert von Jules Grandjuan

Tanz - Logo

Carlos Gardel singt jeden Tag schöner, behaupten Tangofans. Isadora Duncan schwingt und wiegt sich jeden Tag schwebender, seit Jules Grandjuan (1875-1968) sie ab 1903 skizzierte und zeichnete. Pausenlos, atemlos, drei Jahrzehnte lang. Grandjuan, Karikaturist, aus der KP verbannter Anarchosyndikalist, Erfinder des politischen Plakats und Zeichner der Arbeitswelt, hinterließ die einzig treue Vision des Lebenswerks der Tanzfuturistin. Gefilmt zu werden, lehnte sie stets ab. Posen im Studio stehen im Widerspruch zu ihrem ständigen Bewegungsfluss.

Allein Grandjuans Kohle- oder Goldblattzeichnungen auf Farbpapier vermitteln heute einen Eindruck von Asymmetrien, Schrittfolgen, Vitalität, Struktur und Modulation in Duncans vom Solarplexus ausgehenden Bewegungsabläufen. Die künstlerisch fusionelle Beziehung zwischen Duncan und ihrem Begleiter war so unvorhersehbar wie die Verwerfungen ihrer Zeit. Ihre Werke aber sind untrennbar miteinander verbunden. Grandjuans Pastellstudien sind bis zum 26. Juni in Paris im Centre national de la danse zu sehen, und zwar zum ersten Mal seit 1957.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2005
Rubrik: Magazin, Seite 16
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fünf Frauen, mäßig bewegt

Padmini Chettur ist die wichtigste Tänzerin in der Gruppe der Choreografin Chandralekha gewesen: eine Darstellerin von starker Ausdruckskraft und hoher Intensität. Mittlerweile choreografiert sie für ihr eigenes kleines Ensemble. Ihre Zusammenarbeit mit Chandralekha scheint nicht mehr der Rede wert. Beim Springdance-Festival in Utrecht, wo Chettur im Theater Kikker...

85 dancers who hardly touch

French ballet master and choreographer Patrice Bart from L’Opéra national de Paris has been busy working on new ballets with a classical vocabulary. Last year he crea­ted a ballet called “The Little Dancer” for Paris Opera Ballet based on the dance figures of the French painter and sculptor Edgar Degas. For Finnish National Ballet he crea­ted a highly acclaimed...

In Tränen tanzen

Die Träne quillt. Über die Reling eines Schiffs gebeugt, sinnt ihr der «Dichter» lange nach. Während sie ins Wasser tropft,  gewinnt in der Tiefe des kollektiven Unbewussten seine Sehnsucht körperhafte Gestalt – und gleich ihm erleidet die «kleine Meerjungfrau» ein Los, das beide am Ende zwar nicht glücklich, zumindest aber unsterblich macht. Keine der Erzählungen...