interview: Akram Khan

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Ihre aktuelle Produktion «Vertical Road» verweist auf eine Art Jakobsleiter zu Engeln, Göttern oder Gott. Sorgen Sie sich um unsere spirituelle Verfassung?
Viele Menschen glauben nur noch an das Horizontale. Sie erledigen so vieles mit Routine, wie Roboter. Was fehlt, ist eine Bedeutung, ein Glaube, Vertrauen. Auch in der östlichen Welt prallen das Vertikale und das Horizontale hart aufeinander. Die Religionen sind überall noch da, aber Spiritualität wurde ersetzt durch Technologie.

Was bedeutet Spiritualität?
Hoffnung.

Wenn ich mit dem Tod konfrontiert werde, denke ich an das Spirituelle, an Gott, daran, was nach dem Tod kommt. Dann habe ich Hoffnung. Aber wenn Technologie alles möglich macht – wozu dann noch Gott?

Liegt das an der Technik?
Technologie ist das Zentrum unseres Lebens, sie beschäftigt uns permanent. Vor fünf Jahren hatte ich noch kein Mobiltelefon, da gab es Raum für mich zu reflektieren und mich mit mir selbst zu konfrontieren. Kaum jemand steht noch an der Bushaltestelle und wartet einfach. Die Leute wollen sich nicht mehr mit sich selbst konfrontieren, deshalb wird jedes Warten angefüllt mit technischem Schnickschnack. Wir können kaum noch bei einer Sache bleiben. ...

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Tanz Oktober 2010
Rubrik: menschen, Seite 33
von Nicole Strecker

Vergriffen
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